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Ephräm d. Syrer († 373) - Erklärung des Evangeliums
I.

[p. 262, 2. Abs.]

Gleich ist er Gebäuden1 darin, daß wie ein Gebäude aus vielen geschaffenen Dingen zusammengesetzt,2 aus Gliedern vereinigt und ein Haus wird: so auch werden wir versammelt aus [S. 6] allen Geschlechtern3 und aus allen Sprachen und aus allen Königreichen und aus allen Geistesrichtungen4 und wir werden ein Sinn,5 ein vollkommenes Volk, ein heiliges Zelt, ein Lager Gottes. Wiederum gleicht er Gehenden; denn ein Mensch, wann er ein Gebäude baut, vernachlässigt nichts von allem Notwendigen, was zum Zwecke des Baues erforderlich ist: daß er sammelt und herbeiträgt Steine, Holz, und Rohr, Lehm und Eisen und Kupfer und alle Dinge, die nötig sind6 als Material des Baues; wenn er aber nur ein einzelnes davon außer acht läßt [sonst aber alles tut], so wird dennoch sein Bau gekrönt nicht vollendet. So auch wir: Nicht geziemt es sich für uns, nachlässig zu sein darin, daß wir den Glauben bauen mit Wachen,7 Heiligkeit, durch Almosengeben und Besuchen der Kranken, durch Lieben der Brüder und durch Gottesdienst und durch Betreten der Pforten8 der Kirche und durch beständiges Verharren im Gebete und durch Betrachten9 der Gedanken der Schrift. Und wenn wir [auch] nur eins davon vernachlässigen, [sonst alles tun], wird dennoch unser Glaube nicht gebaut. Sondern in der Weise, wie jene, denen das Gebäude gehört, nicht schlafen, wie auch David selbst sagt: "Nicht werde ich meinen Augen Schlaf geben und nicht Schlummer meinen Augenlidern, bis ich bauen werde den Tempel des Herrn und einen Ort der Ruhe des Gottes Jakobs",10 so müssen auch wir laufen bei Tag und wachen bei Nacht in Gebet und Leben, daß auch wir gebaut werden auf dem Fundamente der Apostel und Propheten, wie auch der Apostel sagt.11 Denn wenn die, die irdische Häuser bauen, sich selbst der Arbeit hingeben, daß sie sich kurze Zeit dauernde Wohnungen machen, wir aber das Lager der Ewigkeit für unsere Seelen bauen und das Haus der Herrlichkeit im Himmel, um wieviel mehr geziemt es sich für uns, besorgt zu sein und zu arbeiten! [S. 7]

1: Oder: "einem Gebäude". Vgl. zu den folgenden Ausführungen Aphraates 1. Homilie, wo sich manche Parallelen finden.
2: Wörtlich: versammelt, angehäuft wird.
Es ist zolovi zu lesen oder, will man zolovin beibehalten, sinowack.
3: Völkern.
4: Im Armen. steht beidemal dasselbe Wort „mitk“ = Sinn. Zum Gedanken vgl. Offb 6,9; 7,9. Vielleicht eine Spur von syrischer Bekanntschaft mit Offb.?
5: [Wie vorige Anm.]
6: Wörtlich: und alle Dinge der Notwendigkeit.
7: Fasten.
8: Wörtlich: "calcando portas". Der merkwürdige Ausdruck erklärt sich aus dem Syr. Cyrillonas (Bickell, Die Gedichte das Cyrillonas usw. ZdMG 27, 569 Z. 7) schreibt: "Eilet in Freude zur Kirche und tretet auf ihren Pforten ((xxx)) wie Erben".
9: Erforschen.
10: Ps 131 (132),4f.
11: Vergl. Eph 2,20.

 

 

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Vorwort zur Erklärung des Evangeliums

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger