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Cölestinus I., Papa 422-432 - Briefe
Briefe
24. Brief des P. Cölestinus an Maximianus, Bischof v. Constantinopel. v. J. 432

Text.

Cölestiuus, der Bischof, (sendet) dem Maximinianus, Bischof von Constantinopel, (seinen Gruß).

1. Wir sahen und umarmten deine Brüderlichkeit in deinem Schreiben und ersahen (daraus) deine uns bekannte Heiligkeit, welche sich nemlich durch einfältige Reinheit auszeichnet und mehr durch den Glanz des Geistes als durch Redegabe hervorragt. Nun aber kommt jene Kirche, deren Glauben wir immer rühmten, wieder zu sich und auf ihren Zustand zurück, da sie dich durch göttliches Urtheil zum Bischof erhalten, nachdem sie Den, welcher sie belagerte, hinausgeworfen. Ergreife das Steuerruder des dir bekannten Schiffes und lenke es so, wie wir wissen, daß du es von deinen Vorgängern gelernt hast. Widerstehe den Wellen, welche jener Wind aufgeregt hat, der auch die Führer vom Schiffe verjagt hatte, Allen aber feindlich war, der es an alIen Seiten aus seinen Fugen reissen wollte, um es dengierigen Wirbeln zum Raube übergeben zu können, der — denn was verspricht nicht die Gottlosigkeit? — fälschlich versprach, das Amt eines Lenkers (zu üben), damit es scheine, er lenke Die, welche er zu Grunde zu richten trachtete.

2. Noch umtosen dich die von ihm aufgeregten Wellen und beunruhigen dich die hochgethürmten Fluthen und Stürme. Widerstehe mit aller Wachsamkeit und sorge als Meister des dir anvertrauten Schiffes, so gut du kannst, für das Wohl der dir Anvertrauten. Mache, daß das Meer sich beruhige, auf dem du schiffest, mache durch deine Kunst, daß das Schiff, welches du lenkest, nach den überstandenen Stürmen sicher sei. Folge jenem Fischer, welcher mit seinen Füßen das Meer betrat, damit er zu Christus, unserm Herrn, gelangen könne, welchen er auf dem Meere wandeln sah. Folge dem Beispiele deiner Vorgänger im Bischofsamte, von welchen du unterrichtet und erzogen wurdest, der Wissenschaft des heiligsten Johannes im Pre- [S. 509] digen, der Wachsamkeit des heiligen Atticus in der Beseitigung der Häresien, der einfältigen Reinheit des Vorgängers Sisinnius, für dessen Nachsolger wir dich halten, damit wir uns, wie wir es gewohnt waren, über jene Kirche erfreuen mögen. Sammle die Zerstreuten und zeige deine uns bekannte Güte gegen Die, welche der Unruhestifter zerstreut hatte. Sammle deine Völker zu den Brüsten ihrer Mütter, rufe zurück, welche der Feind durch den verbotenen Genuß des Giftes entfernt hatte! Bestärke im Glauben die Angegriffenen, heile die Verwundeten, entferne Die, welche der Arznei Nichts wissen wollen! Bisweilen läßt sich (die Krankheit) nur mit Schmerz beheben und wird dadurch, daß das Schädliche weggeschnitten wird, das Übrige gerettet. Es ist ein weites Feld, theuerster Bruder, auf welchem du das ruhmvolle Amt eines wachsamen Hirten und gütigen Bischofs ausüben und den Geschmack an der christlichen Gesundheit einflößen sollst, damit es offenbar werde, daß du mehr durch Wiederherstellen vermochtest als Jener durch Wundenschlagen, der lieber ein Nachahmer des Teufels sein wollte, als Christi, indem er die Ruhe aller Kirchen störte, für welche wir nun gemeinsam alle Mühe aufwenden müssen, damit alle Bischöfe eines Glaubens und eines Sinnes seien. Deine Rechte halte die Wurfschaufel des Herrn und reinige die dir anvertraute Tenne,1 damit die Spreu vom Getreide geschieden und aller Weizen nach dem Befehle Christi, unseres Gottes, in den Scheunen gesammelt werde.2

3. Die neue Gottlosigkeit soll keinen Platz finden, und soll dem Cälestianischen Irrthume, welcher durch seine Verwerfung dem ganzen Erdkreise bekannt und unterdrückt ist, durch deine Wachsamkeit Widerstand geleistet werden, so daß alle Anhänger dieser Lehre von aller Gemeinschaft der Menschen ferngehalten werden. Jenen möge durch dich [S. 510] der heilige Geist in allen Denen entgegenstehen, welche in irgend eine dieser Provinzen zu kommen versuchen, damit ihre gottlose Lehre nicht wieder erstehe. Stellt euch ihnen entgegen; denn sie sind so bekannt, daß sie, wohin immer sie kommen, verurtheilt werden, und als ob ihnen das so oftmals wiederholte Urtheil nicht genügte, beunruhigen sie weite Länder und entfernte Provinzen. Allein es verfolgt sie Jener, dessen Glauben sie durch ihre Bosheit zu verfolgen suchten, und vor dem sie sich nicht verbergen können, sie mögen in welchem Schlupfwinkel immer ihre Zuflucht suchen, weil sie sich durch ihre Gottlosigkeit verrathen. Unsere gottesfürchtigen Söhne aber, den Priester Johannes und den Diakon Epictetus, empfiengen wir mit großer Freude und schickten sie mit noch größerer zurück. Gegeben am 15. März unter dem Consulate der erlauchtesten Fl. Aetius und Valerius. 3

1: Luk. 3, 17.
2: Matth. 18, 30.
3: D. i. 432.

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger