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Cölestinus I., Papa 422-432 - Briefe
Briefe

22. Brief des P. Cölestinus an die Synode von Ephesus v. J. 432

XXII. Brief des Papstes Cölestinus an die Synode von Ephesus nach der Verurtheilung des Nestorius.1

Einleitung und Inhalt.

Wenn dieses Schreiben des Papstes „an die Synode von Ephesus" überschrieben ist, so darf man darunter nicht etwa die ganze in Ephesus versammelte Synode verstehen; diese hatte am 31. Juli 431 ihre 7. und letzte Sitzung gehalten; von da an waren die Synodalmitglieder nur bemüht, den unübersteiglichen Damm von Intrigen, mit welchem nestorianische Bischöfe und Höflinge den Kaiser Theodosius gegen die katholische Wahrheit abschloßen, so daß dieser beim besten Willen nicht wissen konnte, was wahr, was Rechtens sei, zu durchbrechen, wozu ihnen die Mönche Constantinopels wesentliche Dienste leisteten, vorzüglich der im Rufe der Heiligkeit stehende Archimandrit Dalmatius. Es gelang hierauf den Kaiser dazu zu bewegen, auf die Bitte der Synode einzugehen und Deputirte beider Theile2 persönlich zu hören. Nach Befehl des Kaisers wurden von beiden Parteien je acht Sprecher gewählt, von Seite der rechtmäßigen Synode waren die päpstlichen Legaten, der Priester Philippus und der Bischof Arcadius, an die Spitze der Deputation gewählt.3 Der Kaiser hatte indeß seinen [S. 493] Plan dahin geändert, daß er die Unterhandlungen mit den beiden Deputationen nicht in Constantinopel, sondern in dem am andern Ufer des Bosporus Constantinopel gegenüber gelegenen Chaleedon pflegte; als nach fünf Conferenzen die vom Kaiser sehnlichst gewünschte Einigung noch immer nicht zu Stande kam, reiste Dieser plötzlich nach Constantinopel ab und gestattete nur den Orthodoxen, ihm dahin nachzufolgen; wäre etwa noch ein Zweifel übrig geblieben, daß sich der Kaiser nun auf die Seite der Orthodoxen gestellt, so wäre er durch ein Decret Desselben an die Synode behoben worden, wodurch er die Wahl eines neuen Bischofs von Constantinopel an Stelle des von der Synode abgesetzten Nestorius anordnete; diese wurde nun von der Deputation der ephesinischen Synode in Constantinopel am 25. October, vier Monate nach der Absetzung des Nestorius, vorgenommen und einigten sich Alle, der Kaiser, die Bischöfe und das Volk für Maximianus, Presbyter der Kirche zu Constantinopel, welcher in Rom geboren und erzogen, in den Werken der Liebe und in den Übungen des Mönchslebens alt geworden war. Nach geschehener Wahl berichteten hierüber die Bischöfe, welche im Namen der ephesinischen Synode die Aufträge der Synode ausgeführt hatten —daher der an sie gerichtete Brief des Papstes im gewissen Sinne „an die Synode von Ephesus" gerichtet genannt werden darf4 — in einem Schreiben an den Papst Cölestinus; der Kaiser selbst schrieb gleichfalls darüber dem Papste, so wie es sicherlich auch der neugewählte Maximianus, welcher den Cyrillus und die übrigen Bischöfe von seiner Erhebung verständigte, nicht unterließ, dem Papste seine Erwählung anzuzeigen; endlich dürfte auch [S. 494] Klerus und Volk von Constantinopel ein Schreiben angeschlossen haben. Diese Briefe wurden dem Papste durch den Priester Johannes und den Diakon Epiktetus überbracht und kamen gegen Weihnachten in Rom an. Diese vier Schreiben5 erwiderte P. Cölestinus durch die hier folgenden vier Briefe, welche alle vom 15. März 432 datirt sind.

In dem ersten derselben an die Vertreter der Synode von Ephesus wünscht er den Vätern Glück zu ihrem endlich errungenen Siege über die Irrlehre, zu der Absetzung des Nestorius und zu der mit so allgemeiner Übereinstimmung vollzogenen Wahl des so würdigen Maximianus. Bezüglich des Nestorius ermahnt er die Bischöfe, vom Kaiser dessen Ausweisung von Antiochien6 und Verbannung in eine Einöde zu erwirken, um das Übel so mit der Wurzel auszureissen; vom Haupte geht er auf die Anhänger über, welche mit großer Umsicht zu behandeln, nöthigenfalls auch mit Verlust ihrer Sitze zu bestrafen seien, so insbesondere Johannes von Antiochien; übrigens hoffe er, daß, wenn der Urheber der Übel von Antiochien entfernt sein würde, Alle auf den Weg der Wahrheit zurückkehren werden.

1: Coustant p. 1195, Mansi V. p. 266.
2: Der orthodoxen und schismatisch-häretischen oder antiochenischen Partei nemlich.
3: Auch Cyrillus wäre gerne unter der Zahl dieser Deputirten gewesen, um sich persönlich gegen allerlei Anklagen zurechtfertigen; allein er mußte, wie Memnon von Ephesus, im Gefängnisse bleiben, wohin Beide durch den kaiserlichen Comes Johannes gebracht worden waren.
4: Hier sei noch bemerkt, daß der Kaiser nach vollzogener Wahl des Maximinianus die Synode förmlich verließ.
5: Sie sind sämmtlich verloren gegangen.
6: Nestorius mußte im Auftrag des Kaisers Ephesus verlassen und in das Kloster zu Antiochien, wo er früher Mönch war, zurückkehren.

 

 

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Gregor Emmenegger