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Cölestinus I., Papa 422-432 - Briefe
Briefe
21. Brief des P. Cölestinus an die Bischöfe Gallien« V.J. 431

11. (Cap.10.) Daß die Gnade nicht bloß die Sünden vergebe, sondern auch helfe, daß sie nicht [S. 487] begangen werden, und bewirke, daß das Gesetz erfüllt werde; nicht, wie Pelagius sagt, leicht, als ob es ohne die Gnade Gottes (nur) schwerer erfüllt werden könne.

Auch Das, was unter den Decreten der carthagischen Synode beschlossen wurde, umfassen wir als einen dem apostolischen Stuhle eigenthümlichen Ausspruch, was nemlich im 8. Capitel erklärt wurde:1 „Wer sagt, die Gnade Gottes, durch welche wir gerechtfertigt werden durch Jesus Christus unsern Herrn, wirke nur die Vergebung der bereits begangenen Sünden, helfe aber nicht, die Sünden in Zukunft zu vermeiden, der sei im Banne." Und wiederum im 4. Capitel: „Wer sagt, dieselbe Gnade Gottes durch Jesus Christus unsern Herrn helfe uns nur deßhalb zum Nichtsündigen, weil uns durch sie die Kenntniß der Gebote geoffenbart und eröffnet wird, so daß wir wissen, was wir begehren und was wir meiden sollen, daß uns aber durch sie nicht gewährt werde, daß wir das erkannte Gute auch gerne thun und es zu thun vermögen, der sei im Banne." Denn da der Apostel sagt:2 „Die Kenntniß bläht auf, die Liebe aber erbaut," ist es sehr gottlos, zu glauben, daß wir die Gnade Gottes zu dem haben, was aufbläht, nicht aber zu dem, was erbaue da doch Beides ein Geschenk Gottes ist, sowohl zu wissen, was wir thun sollen, als auch es zu [S. 488] lieben, so daß wir es thun, damit so, weil die Liebe erbaut, die Kenntniß nicht aufblähen kann. Wie es aber von Gott heißt:3 „Er lehret die Menschen, was sie wissen," so sagt auch die Schrift:4 „Die Liebe ist aus Gott;" ebenso im 5.Capitel: „Wer immer sagt, die Rechtfertigungsgnade werde uns dazu gegeben, damit wir durch sie Dasjenige leichter vollziehen können, was wir durch die Kraft des freien Willens zu thun verbunden sind, als ob wir, wenn uns auch die Gnade nicht gegeben würde, die göttlichen Gebote, zwar nicht leicht, aber dennoch auch ohne sie erfüllen könnten, der sei im Banne." Denn über die Früchte der göttlichen Gebote sprach der Herr, wo er nicht sagte: Ohne mich könnet ihr es schwerer thun, sondern5 „Ohne mich könnet ihr Nichts thun."

1: Daß dieser Satz bisher dem Compilator der Artikel zugehöre und nicht dem P. Zosimus in dessen Tractoria, wie Coustant meint, ist schon oben S. 283 Note 5 bemerkt und wird ersichtlicher, wenn wir die analogen Worte des Compilators oben in n. 4. damit verbinden: „so daß wir auch einige Aussprüche africanischer Concilien beifügten u. s. w.; was er also dort ankündigte, leitet er hier mit diesen Worten ein. — Die nun folgenden Capitel sind der 4., 5. u. 6. (resp. 3., 4., 5.) Canon der Generalsynode zu Carthago v. 1. Mai 418; s. oben S. 286 ff.
2: I. Cor. 8, 1.
3: Ps. 93, 10.
4: I. Joh. 4, 7.
5: Joh. 15, 5.

 

 

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