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Laktanz († nach 317) - Auszug aus den göttlichen Unterweisungen (Epitome divinarum institutionum).

53. Das wahre Opfer.

Nachdem wir vom Wesen der Gerechtigkeit gesprochen, obliegt uns nun der Nachweis, was ein wahres Opfer für Gott ist und worin die geziemendste Art der Gottesverehrung besteht; denn man darf nicht glauben, daß Gott nach Schlachtopfern, Wohlgerüchen oder Geschenken Verlangen hat; denn da ihn nicht Hunger und Durst, nicht Kälte oder irgendein Verlangen nach [S. 194] Irdischem berührt, so bedarf er auch nicht der Dinge, wie man sie gewöhnlich in Tempeln darbringt und Göttern aus Ton opfert. Was leiblich ist, bedarf eines leiblichen Opfers, und was unkörperlich ist, bedarf eines unkörperlichen Opfers. Der Dinge, die Gott dem Menschen zum Gebrauch überlassen hat, ist er selbst nicht bedürftig; denn die ganze Erde steht ihm zu Diensten. Der bedarf nicht des Tempels, dessen Wohnstätte das Weltall ist; der bedarf nicht des Bildes, der für Auge und für Geist unerfaßbar ist; der bedarf nicht des Glanzes irdischer Lichter, der die Sonne samt den Gestirnen für den Dienst des Menschen hat aufleuchten lassen. Was verlangt also Gott vom Menschen anders als den Dienst des Herzens, der rein und heilig ist? Was Hände fertigen, was zu den Gütern der Außenwelt gehört, das ist ungeeignet, hinfällig und unwillkommen. Das ist das wahre Opfer, das nicht dem Schranke, sondern dem Herzen entnommen wird, das nicht die Hand, sondern der Geist spendet; das ist das wohlgefällige Schlachtopfer, das die Seele aus sich selbst opfert. Was sollen Opfertiere, was Weihrauch und Gewänder, was Gold und Silber und kostbare Steine, wenn der Geist des Verehrers nicht lauter ist? So ist es demnach die Gerechtigkeit allein, nach der Gott verlangt; in ihr liegt das Opfer, in ihr der Dienst Gottes. Über diesen Dienst Gottes will ich mich nun des näheren verbreiten und von den Werken handeln, die notwendig zum Bereiche der Gerechtigkeit gehören.

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger