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Laktanz († nach 317) - Auszug aus den göttlichen Unterweisungen (Epitome divinarum institutionum).

47. Der Haß gegen die Wahrheit.

[S. 185] So bleibt also den Menschen nur eine Hoffnung des Lebens, nur ein Hafen des Heiles und eine Zuflucht der Rettung übrig, wenn sie die Irrtümer ablegen, in denen sie befangen waren, wenn sie die Augen ihres Geistes öffnen und Gott erkennen, in dem allein die Wohnstätte der Wahrheit ist; wenn sie die irdischen Dinge und die irdischen Gebilde verachten, die Philosophie, die vor Gott Torheit ist, für nichts halten und der wahren Weisheit, d. h. der Religion, das Herz öffnen, um so zu Erben der Unsterblichkeit zu werden. Aber sie widerstreben ja nicht so fast der Wahrheit als ihrem eigenen Heile; und wenn sie solche Worte hören, so verabscheuen sie dieselben als unsühnbaren Greuel. Und nicht einmal das Anhören ertragen sie, gleich als würden sonst ihre Ohren von Schändung des Heiligen entweiht; und selbst auch der Schmähungen enthalten sie sich nicht; vielmehr brechen sie in die furchtbarsten Verwünschungen aus. Und haben sie Macht erlangt, so verfolgen sie die Christen als Feinde des Staates, ja noch mehr als Feinde. Denn dieser wartet im Fall des Unterliegens Tod oder Knechtschaft, aber nach Ablegung der Waffen keine Marter mehr — und doch hätten die alles zu erleiden verdient, die es anderen antun wollten —, und zwischen den Spitzen der Schwerter findet eine Stätte das Erbarmen. Unerhört ist die Grausamkeit, wenn die Unschuld nicht einmal mehr das Los besiegter Feinde verdient. Und was ist die Ursache dieser Wut? Weil sie mit den Waffen der Vernunft nicht aufkommen können, so greifen sie zu den Mitteln der Gewalt; ohne Untersuchung verurteilen sie die Christen als die schuldbarsten Menschen, weil sie den Beweis ihrer Unschuld nicht erbracht wissen wollen. Und in ihrem unvernünftigen Hasse gönnen sie ihnen nicht einmal einen raschen und einfachen Tod, sondern zerfleischen sie mit ausgesuchten Martern, um dem Haß genüge zu tun, den nicht irgendeine Schuld, sondern die Wahrheit erzeugt. Diese ist Leuten, die ein schlechtes Leben führen, darum verhaßt, weil sie mit Ärger sehen, daß es Menschen gibt, denen ihr Tun und Treiben [S. 186] nicht gefallen kann. Diese suchen sie auf jede Weise auszurotten, um frei und unbehelligt sündigen zu können.

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger