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Laktanz († nach 317) - Vom Zorne Gottes (De ira dei)

3. Der Zorn allein kann Gott nicht zukommen.

Für den ersten Punkt ist nie jemand eingetreten, daß Gott lediglich zürne, aber der Gnade nicht zugänglich sei; denn es wäre unschicklich für Gott, mit einer solchen Macht ausgestattet zu sein, die zwar Schaden und Nachteil bringt, aber nicht nützen und wohltun kann. Was für ein Weg, welche Hoffnung der Wohlfahrt wäre dann für die Menschen noch übrig, wenn Gott ausschließlich Urheber der Übel ist? Wäre dies der Fall, so würde jene verehrungswürdige Majestät [S. 73] ich sage nicht zur Macht des Richters, der auch erhalten und befreien kann, sondern zum Dienst des Folterknechtes und Henkers herabsinken. Und da wir sehen, daß es im menschlichen Leben nicht bloß Übel gibt, sondern auch Güter, so müßte bei der Annahme, daß Gott der Urheber der Übel ist, ein Zweiter sein, der Gott entgegenwirkt und uns die Güter verleiht. Gibt es einen solchen, mit welchem Namen muß er benannt werden? Oder wie kommt es dann, daß uns der Urheber der Übel mehr bekannt ist als der Urheber der Güter? Wenn es aber außer Gott nichts geben kann, so ist die Annahme grundlos und unvernünftig, daß die göttliche Macht, die größte und beste, die es gibt, zwar schaden, aber nicht nützen kann; und darum ist nie jemand aufgetreten, der dies zu behaupten wagte; denn es entbehrt jeder Begründung und ist völlig unglaublich. Nachdem nun hierin Übereinstimmung herrscht, so gehen wir weiter und suchen anderswo die Wahrheit.

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger