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Bonifacius I., Papa 418-422 - Briefe
Briefe
5. Brief des P. Bonifacius I. an Rufus, Bischof von Thessalonich.

Text.
Dem geliebtesten Bruder Rufus (sendet) Bonfacius (seinen Gruß).

1. Der selige Apostel Petrus, welchem die Herrschaft des Hohenpriesterthums durch den Mund des Herrn übertragen wurde, erfreut sich ungemein, so oft er wahrnimmt, daß seine Söhne die ihm vom Herrn verliehene Würde und den Frieden unversehrt erhalten. Was sollte ihn auch mit größerer Freude erfüllen, wenn nicht die Erkenntniß, daß die Rechte der ihm übertragenen Gewalt unverletzt bewahrt werden? Denn ein wahrhaft unerschütterliches Fundament erheischt die von verschiedenen (Seiten) über alle mög- [S. 326] lichen Angelegenheiten gerichtete Anfrage, welche jenen Stuhl in‘s Vertrauen zieht, der, wie bekannt, durch die Würden des geistigen Felsens hervorragt.

2. Häufig also, wie es die Acten unseres Archives aufweisen, erfloßen aus seiner Ouelle Schreiben an deine Lieben durch welche es feststeht, daß die Sorge für die Kirchen in Macedonien und Achaja deiner Brüderlichkeit übertragen wurde, von welcher wir wissen, daß sie die kirchliche Disciplin durch die Kenntniß der Canones aufrecht erhalte. Auch sehen wir dieß nicht für ein unverdientes Geschenk an; denn diese Gnade verleiht der apostolische Stuhl deiner Liebe als Pflicht der Liebe. Deßhalb bringen wir deiner Heiligkeit jene Angelegenheit zur Kenntniß, welche aus jener Provinz bei uns anhängig gemacht wurde, deren Sorge schon längst deiner Klugheit ühertragen wurde.1

3. Die Corinthier nämlich, berühmt durch die Predigt des heil. Paulus, deren Bitte wir vielmehr anschließen als erzählen zu müssen glaubten, wünschen den Perigenes, welchem der von der heil. Synode über ihn erstattete Bericht das Zeugniß eines heiligen und mit den besten Eigenschaften ausgerüsteten Mannes ertheilt, als Bischof ihrer Stadt nicht so sehr zu bekommen als zurückzuerhalten. Würde ich es für nothwendig erachten, den ganzen Hergang seiner Ordination zu erklären, so müßte ich die Lobeserhebungen über ihn vermehren; ihm nemlich wird es zum Vortheil gereichen, ob wir nun des Ordinators oder des Ordinirten in richtiger Weise gedenken. Wer mag es denn bezweifeln, daß es sein Verdienst sei, wer es leugnen, daß es eine Fügung Gottes gewesen, daß er deßhalb von den Patrensern zur Zeit nicht angenommen worden und lange bezüglich der genannten Kirche mit großer Überlegung in Unentschiedenheit geblieben sei, damit er der Hirt jenes Schaf- [S. 327] stalles werde, in dessen Gehege er sein Leben von der Wiege an zugebracht? „Gottes Gerichte sind ein großes Geheimniß;"2 passend führen wir dieses Beispiel an; Niemand hätte auch geglaubt, daß er einst an die Stelle seines Ordinators gesetzt werden würde, da er für Andere ordinirt ward. Ich zweifle nicht, daß Dieß damals eine Fugung des göttlichen Willens war.

4. Deßhalb nehmen wir ihn mit Zustimmung Derjenigen, welche dort die Auctorität des apostolischen Stuhles vertreten, in die Zahl der Unsrigen auf und müssen gegen Jene, welche fernerhin ohne Wissen der Unsrigen die Völker gegen unsere Handlungsweise aufreizen sollten, wenn sie darin verharren, mit der Censur einschreiten. Wir wollen, daß auch deine Liebe gegen Diese nach unserem Befehle so vorgehe, damit wir die Zügellosigkeit Derer einschränken, welchen wir Dergleichen nicht übertragen.3

1: S. den 14. Brief des P. Innocentius I. an Rufus S. 81.
2: Ps. 35, 7.
3: Nach Coustant‘s Meinung, welche durch den Context bestätigt wird, sind die Nummern 4 des 5. u. 6. Briefes verwechselt; demnach hätten wir auch für den 5. Brief das Datum vom 19. Sept. 419, für den 6. aber keines; daß der Schluß der beiden Briefe mit dem Vorhergehenden nicht recht zusammenhänge, ist besonders beim nachfolgenden Briefe klar. Tillemont verkehrt die Ordnung unserer beiden Briefe, was man auch jedenfalls thun müßte, wenn man nicht Coustant‘s Vorschlag bezüglich der beiden Schlüsse adoptirt, wozu übrigens auch noch der übrige Theil des 6. Briefes seinem InhaIte nach zwingt.

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger