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Chrysostomus († 407) - Vom jungfräulichen Stande (De virginitate)

60. Die Jungfrauschaft erheischt Nichts, was nicht in ihren Kräften läge.

Ihr bringt weder die Armuth einen Nachtheil, wie in der Ehe, vielmehr macht dieselbe sie dem Bräutigam noch theurer, wenn sie solche gerne erträgt; noch die niedrige Herkunft, noch der Mangel an Körperschönheit, noch irgend etwas der Art. Doch warum erwähne ich diese Dinge? [S. 250] Denn mag sie sogar nicht einmal frei sein, so thut das ihrer Verlobung keinen Eintrag, sondern es genügt, daß sie eine schöne Seele vorzeige, um die erste Stelle einzunehmen. Hier ist weder Eifersucht zu befürchten, noch Neid über eine andere Frau zu beklagen, weil sie mit einem berühmtern Manne verbunden ist. Denn ihm ist ja Keiner ähnlich noch gleich, ja es kommt ihm Keiner auch nur von der Ferne nahe. Aber in der Ehe mag eine Frau einen noch so reichen und mächtigen Gatten bekommen, so wird sie doch eine andere finden, die an einen viel größern verheirathet ist. Nun aber vermindert der Vorrang Größere nicht wenig das Vergnügen Geringerer über ihren Vorzug. Aber der große Luxus an Gold und Kleidern, bei der Tafel und andern derartigen Dingen ist doch geeignet, die Seele zu ködern und anzulocken. Wie viele Frauen haben aber dieselben? Denn die meisten Menschen leben in Armuth uud Trübsal und Anstrengungen. Falls aber Einige ihrer theilhaftig werden, so sind ihrer doch sehr wenige, und sie sind leicht zu zählen, und diese thun es gegen Gottes Willen. Denn es ist Niemanden erlaubt, an diesen Dingen sich zu ergötzen, wie wir oben nachgewiesen haben.

 

 

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Einleitung: Vom jungfräulichen Stande

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger