Chrysostomus († 407) - Reden Rede an EutropEinleitung
Vorbemerkung. Bei Montfoucon III. 381 ff. Eutropius war Oberkämmerer und allvermögender Günstling des Kaisers Arkadius. Durch seine Habsucht und Ungerechtigkeit, besonders auch durch Schmälerung der kirchlichen Gerechtsame zog er sich den Haß des Volkes zu. Die verdiente Strafe für seine Frevel ereilte ihn im Jahre 399, als der Gothenfürst Tribigild mit seinen wilden Kriegern in Kleinasien Schrecken verbreitete und nur dann die Waffen niederlegen zu wollen erklärte, wenn ihm Eutrop ausgeliefert würde. Der Kaiser von allen Seiten gedrängt, gab den Günstling preis: er entsetzte ihn aller Aemter und Würden und hieß ihn sein Angesicht meiden. Jetzt durchbrach die Wuth des Volkes ihre Schranken sie ließ sich aus in wildem Geschrei, in lautem Hohn, in zahlosen Verwünschungen und Drohungen. In dieser äussersten Noth floh der unglückliche in die Kirche, deren Asylrecht gerade er durch gesetzliche Mittel eingeschränkt, vielleicht aufgehoben hatte. Chrysostomus war es, der sich seiner annahm: er wies die Soldaten ab, die ihn im Auftrage des Kaisers am Altare gefangen nehmen sollten; er beredete den Kaiser, von dieser Forderung abzustehen, und hielt am folgenden Tage vor dem in der Kirche versammelten Volke, während Eutrop sich noch immer an den Altar festklammerte, die nachstehende ergreifende Anrede — ein [S. 428] wahres Wunder von Beredsamkeit. Sein Wort siegte: der Unwille des Volkes ward beschwichtigt, die Zuhörer zerfloßen in Thränen.1 Einige längere Stellen aus dieser Rede finden sich in Stollberg’s Geschichte der Religion Jesu Christi2 — eine willkommene Erleichterung für den Uebersetzer. 1: Kap. 4. 2: Band XIV S. 61 ff. Vgl. auch Chrysostomus-Postille von Hefele.
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