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Chrysostomus († 407) - Homilien über den ersten Brief an die Korinther
Vierzigste Homilie.

II.

Und wie soll denn Das schwer sein, wird man entgegnen, da es ja auch Könige und Fürsten thun können? Denn sie begnadigen Ehebrecher und Mörder. Du scherzest, o Mensch, wenn du so redest; denn Gott allein kann Sünden vergeben. Wenn Fürsten und Könige Ehebrecher und Mörder begnadigen, so befreien sie dieselben nur von der zeitlichen Strafe, aber ihre Sünde tilgen sie nicht; und wenn sie die Begnadigten auch zu hohen Ämtern beförderten, ja sogar mit dem Purpur bekleideten und ihnen das Diadem um die Stirne legten: so hätten sie dieselben auf diese Weise wohl zu Fürsten gemacht, aber nicht von ihrer Sünde befreit. Das thut Gott allein, wie er es denn auch in der Taufe bewirkt; denn die Gnade dringt bis in die Seele und reißt die Sünde sammt der Wurzel aus derselben heraus. Der vom König Begnadigte trägt eine schmutzige Seele davon; der Getaufte hingegen eine Seele strahlender als Sonnenlicht und noch weit herrlicher als am Schöpfungstage; denn sie ist im Besitze des hl. Geistes, der sie ganz mit seinem Feuer durchdringt und ihre Heiligkeit mehrt. Und gleichwie Gold oder ein anderes) Metall durch Umschmelzen rein und neu wird, so schmilzt der heil. Geist sie durch die Taufe gleichsam wie in einem Feuerofen um, und bewirkt durch Vertilgung der Sünde, daß sie strahlender [S. 715] als das reinste Gold glänzt. Auch daraus zeigt dir Paulus nun wieder, daß die Auferstehung glaubwürdig sei. Denn da die Sünde den Tod gebracht hat, so ist nimmer zu zweifeln, daß, nachdem die Quelle versiegt ist, auch die Frucht der Sünde zerstört sei. Darum bekennst du zuerst die Nachlassung der Sünden, und dann die Auferstehung des Fleisches; Jenes führt dich auf Dieses. Weil aber der bloße Name der Auferstehung nicht Alles umfaßt, indem Viele der Auferstandenen wieder gestorben sind, wie die im alten Bunde, wie Lazarus und die zur Zeit der Kreuzigung; so wird dir befohlen, zu sprechen: „Und ein ewiges Leben,“ damit Niemand nach jener Auferstehung noch einen Tod vermuthe. An dieses Bekenntniß erinnert nun Paulus mit den Worten: „Was werden denn Die thun, welche sich für die Todten taufen lassen?“ Denn gibt es keine Auferstehung, will er sagen, so sind jene Worte ein leeres Gaukelspiel. Wenn es keine Auferstehung gibt, wie wollen wir die Menschen überreden, daß sie an Etwas glauben, was wir ihnen nicht geben? Dieses hieße eben so viel, als von Jemandem verlangen, daß er einen Empfangsschein ausstelle über Dieß oder Jenes, was er nie empfangen hat, und dann, nachdem er den Schein unterschrieben, von ihm die Schuld fordern. Was soll er denn anfangen, nachdem er durch die Unterschrift die Schuld eingestanden, aber Nichts empfangen hat? Dasselbe sagt nun auch Paulus von Denjenigen, die getauft werden: „Was sollen Diejenigen thun, die getauft werden,“ welche zwar die leibliche Auferstehung der Todten anerkannt haben, dieselbe aber nicht empfangen, sondern betrogen werden? Wozu war denn überhaupt ein solches Bekenntniß von Nöthen, da Nichts darauf folgte?

30. 31. Zu was bestehen auch wir jegliche Stunde Gefahr? Täglich sterbe ich bei eurem Rühmen, das ich in Christo Jesu habe.

Siehe, wie er abermals diese Lehre zu bekräftigen suchte [S. 716] nämlich durch sein eigenes Urtheil, oder vielmehr nicht durch sein Urtheil allem, sondern auch durch das der übrigen Apostel. Es ist aber von nicht geringem Gewichte, daß er diese Lehre anführt, welche ihre vollste Überzeugung davon nicht nur in Worten, sondern auch durch Handlungen zeigen. Er sagt daher nicht schlechthin: „Auch wir sind davon überzeugt;“ denn Dieses war nicht genügend, Jene zu überzeugen, sondern er beweist diese Überzeugung aus ihren Thaten, wie wenn er sagen wollte: Es mag euch vielleicht nicht so ausserordentlich scheinen, daß wir diese Lehre mit dem Munde bekennen; wenn wir aber unsere Werke selber reden lassen, was werdet ihr dagegen vorbringen? So höret denn, wie wir Dasselbe tagtäglich durch die Gefahren bekennen! Und er sagt nicht: Ich, sondern: Wir, indem er alle Apostel hinzunimmt, wodurch er seine Bescheidenheit zeigt, und seine Worte glaubwürdig macht. Was werdet ihr da erwidern können? Daß wir euch mit dieser Lehre betrügen und sie aus eiteler Ruhmsucht verkünden? Diese Ansicht widerlegen die Gefahren; denn wer wollte sich ohne Grund und Ursache beständig Gefahren aussetzen? Und darum sagte er: „Zu was bestehen auch wir jegliche Stunde Gefahr?“ Denn wollte auch Jemand aus Ruhmsucht Das freiwillig thun, so würde er es ein- oder das andere Mal thun, nicht aber beständig, wie wir; denn wir widmen das ganze Leben diesem Berufe. „Täglich sterbe ich bei eurem Rühmen, das ich in Christo Jesu habe.“ Ihren Fortschritt (im Christenthume) nennt er seinen Ruhm. Da er von vielen Gefahren gesprochen, so will er den Schein vermeiden, als beklage er sich deßhalb; ich klage nicht, will er sagen, sondern freue mich vielmehr, daß ich für euch Dieses leide. Er rühme sich, sagt er, aus einem zweifachen Grunde: daß er ihretwegen Gefahren bestehe, und daß er ihren Fortschritt bemerke. Weil er nun große Dinge aufgezählt hat, so eignet er, nach seiner Gewohnheit, Beides Christo zu. — Allein wie stirbt er denn täglich? Durch die Freudigkeit und Bereitwilligkeit dazu. Und warum sagt er denn Das? Um [S. 717] hiedurch wieder Das zu bekräftigen, was von der Auferstehung gesagt wird. Denn wer möchte sich so vielfach dem Tode aussetzen, wenn es nachher keine Auferstehung und kein Leben mehr gäbe? Denn wenn selbst unter Denen, die daran glauben, kaum die Muthigsten die Gefahren bestehen; um so weniger wird ein Ungläubiger so vielfältige und schreckliche Todesgefahren ausstehen wollen. Denn siehe, wie der Apostel seine Ausdrücke immerfort steigert. Er sagt: „Wir bestehen Gefahr;“ er fügt bei: „jegliche Stunde;“ dann: „täglich;“ ja, er redet nicht nur von Gefahren, sondern sagt auch: „ich sterbe.“ Dann zeigt er auch, wie vielgestaltig jener Tod sei, indem er also spricht:

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger