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Apokryphe Literatur - Oden Salomos

26. Ode

[Forts. v. [S. 59] ] Ich sprudelte Lob für den Herrn hervor, denn ich bin sein eigen, 2 und ich will sein heiliges Loblied vortragen, weil mein Herz zu ihm (hingezogen) ist. 3 Denn seine Zither ist in meinen Händen, und die Gesänge seiner Ruhe werden nicht schweigen. 4 Ich werde ihn anrufen von ganzen Herzen, ich werde ihn preisen und erhöhen aus allen meinen Gliedern; 5 denn vom Morgen bis zum Abend gehört ihm Lob, 6 und vom Süden bis zum Norden gebührt ihm Danksagung, 7 und von den Spitzen der Höhen bis zu ihrer äußersten Grenze herrscht seine Vollendung. 8 Wer kann aufschreiben die Gesänge des Herrn oder sie lesen? 9 Oder wer kann (selbst) seine Seele zum Leben erziehen, daß seine Seele gerettet würde? 10 Oder wer vermag so zu ruhen auf dem Höchsten, daß er mit (aus) seinem Munde rede? 11 Wer vermag zu erklären die Wunder des Herrn? 12 Denn der, welcher sie erklärt, würde aufgelöst werden und würde zu dem werden, was erklärt worden ist. 13 Denn es [S. 60] genügt, zu erkennen und in Ruhe zu sein, denn die Sänger stehen in Ruhe, 14 wie der Strom, der eine reiche Quelle hat, und dahin gleitet zur Hilfe derer, die ihn suchen. Hallelujah.

(Zu Ode 26.)

[Forts. v. [S. 59] ] 3. „seiner Ruhe“] d. h. weil bei ihm die Ruhe für die Seele ist; umgekehrt sagt der Sänger 14, 2 „meine“ Brüste, wo Gottes Brüste gemeint sind.
9. Gegen den Gedanken der Selbsterlösung.
10. Dieser Gedanke ist der Schlüssel für die ganze Haltung des Sängers in vielen Oden!
12. „er würde aufgelöst werden“] scil. als kreatürlicher Geist; er würde selbst ein Wunder werden. Das ist ein richtiger Gedanke: was erklärt werden kann, ist damit in die gemeine Natürlichkeit herabgezogen. Auch bei manchen Kirchenvätern findet sich diese Einsicht; Harris citiert Lactant., Inst. div., praef.
13. ἀρκεῖ γὰρ γιγνώσκειν καὶ ἀναπαύειν. Mit Recht vergleicht Harris Clem. Alex., Paed. I, 6, 29: τὸ πέρας τῆς γνώσεως ἡ ἀνάπαυσις. — Die Sänger stehen in Ruhe] d. h. die, welche Gottes Herrlichkeit erkennen und besingen, sind ἐν ἀναπαύσει.
14. Der Strom fließt insofern in Ruhe, als er stetig und nicht nur stoßweise fließt, bezw. niemals versiegt.

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger