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Pachomius († 346/7) - Leben des heiligen Pachomius (Vita Pachomii)

Kap. 37. Besuch origenistischer Mönche bei Pachomius.

Während Pachomius noch ihnen dies ausführte und in großer Bewegung war, das Geschehene wieder gut zu machen, da kam der Bruder herein, der die Aufsicht am Tor hatte und sagte zu ihm: "Es sind einige große Einsiedler hierhergekommen, die euch zu besuchen wünschen." Er gebot, sie schnell hereinzuführen und begrüßte die Ankömmlinge; nach dem Gebet nahm er sie mit sich und führte sie zu allen Brüdern, die dort lebten, und an die Orte in der Umgegend des Klosters. Sie baten nun den Großen, daß sie sich mit ihm unter vier Augen über das, was ihnen am Herzen lag, besprechen könnten; er nahm sie mit sich in eine geeignete und ruhige Zelle und setzte sich mit ihnen nieder. Sie begannen nun mit weissagender Rede und mit der Geschicklichkeit, die an der Heiligen Schrift geübt worden war; Pachomius aber war in Verlegenheit wegen eines unerträglichen Gestankes, den er wahrnahm. Nachdem sie sehr viel mit ihm und er mit ihnen aus den heiligen Schriften besprochen hatten, war die neunte Stunde herangekommen; da standen sie auf, um ihres Weges zu gehen. Der Große lud sie zum Mahle ein, sie schlugen es aber aus, indem sie bemerkten, sie hätten Eile, vor Sonnenuntergang noch ihre Heimat zu erreichen; sie verabschiedeten sich und verließen ihn.

Der Große aber wollte den Grund jenes ihres Gestankes erfahren und betete zu Gott, und sogleich [S. 872] erkannte er, daß es gottlose Anschauungen waren, die aus ihrer Seele eine solche Unreinlichkeit ausströmen ließen; er beruhigte sich nicht dabei, sondern eilte den Männern nach, und als er sie eingeholt hatte, sprach er zu ihnen: "Ich will euch fragen, nur auf ein Wort." Sie erwiderten: "Sprich." - "Leset ihr die Schriften des berüchtigten Origenes?" Als sie das hörten, leugneten sie es und sprachen: "Nein!" Der Heilige aber fuhr fort: "Siehe, ich bezeuge euch im Angesichte Gottes, daß jeder Mensch, der den Origenes liest und seine Schriften nimmt, in die Tiefe der Hölle kommen wird. Und sein Erbteil wird sein die äußerste Finsternis. Ich habe euch Zeugnis abgelegt über das, was mir vom Herrn kundgemacht wurde; ich bin unschuldig daran, ihr werdet sehen. Siehe, ihr habt die Wahrheit gehört; wenn ihr mir folgt und Gott wahrhaftig versöhnen wollt, dann nehmt alle Bücher des Origenes und werft sie in den Fluß!" Nachdem er dies gesagt hatte, verließ er sie.

 

 

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Einleitung: Leben des heiligen Pachomius
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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger