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Pachomius († 346/7) - Leben des heiligen Pachomius (Vita Pachomii)

Kap. 24. Pachomius belehrt die Brüder über den Widerstand gegen Angriffe der Dämonen.

So kam er in jedes Kloster und förderte die Brüder, und er saß da, legte ihnen die Heilige Schrift aus und ermunterte sie, vor allen Dingen untadelig zu sein, zu kennen und nicht zu vergessen die List der Feinde, sie zu bekämpfen durch die Kraft des Heiligen Geistes und beständig zu sprechen: "In Gott werden wir Gewalt ausüben. Und er selbst wird gering achten unsere Feinde".1

Einer von den Brüdern nun fragte ihn: "Wozu denn nur behüten wir vor dem Angriff des uns bedrohenden Dämons das Denken des Verstandes und trachten nach Enthaltsamkeit und Demut und den anderen Tugenden; wenn aber der Augenblick erfordert, das Gelernte zu zeigen, wie zum Beispiel Langmut im Augenblick der Erbitterung, verzeihenden Sinn im Augenblick des Zornes, Bescheidenheit, wenn ein Lob in Aussicht steht, und vieles andere der Art, warum, frage ich, sind wir nicht imstande dazu?"

Ihm antwortete der Heilige und sprach folgendermaßen: "Da wir nicht vollkommen den Pfad der Tugend wandeln, deshalb kennen wir nicht den ganzen Zustand und das verwickelte Wesen der Dämonen, so daß wir die Gegenwart des uns bedrängenden Geistes durch die angespanntere, betrachtende Kraft der Seele aufheben und die vorhandene Verwirrung derartiger Gedanken von uns weisen könnten. Deshalb ist es nötig, jeden Tag und jede Stunde dem betrachtenden Teil der Seele die Furcht Gottes gleichsam wie Öl einzugießen, welche, um mich dichterisch2 auszudrücken, handelnd in die Erscheinung tritt und eine Leuchte ist zur [S. 848] Anschauung dessen, was uns unterworfen ist. Denn sie macht unseren Sinn unerschütterlich und reißt uns nicht fort zum Zorn, zur Erbitterung, zur Unversöhnlichkeit oder irgendeiner anderen der Leidenschaften, welche uns mit Gewalt zur Sünde fortziehen. Denn sie gewährt dem von solchen Geistern heimgesuchten Menschen Anschauung und hebt ihn empor in das Land der körperlosen Wesen, sie flößt ihm den Mut ein, sie zu verachten und macht ihn fähig, nach der Schrift zu wandeln über Schlangen und Skorpionen und gegen jede Gewalt des Feindes".3

1: Ps 107,14.
2: Vielleicht eine Anspielung an Plat. Polit. 258e.
3: Lk 10,19.

 

 

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Einleitung: Leben des heiligen Pachomius
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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger