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Zosimos (um 500) - Neue Geschichte (Historia nea)
Viertes Buch

Ein und vierzigstes Kapitel. Aufruhr zu Antiochia in Syrien — Libanius und Hilarius Gesandte der Antiochener. ― Verzeihung und Gnade des Kaisers.

[J. 387.] 1. Da es nun unter der Regierung des Theodosius immer schlimmer wurde, kein Rechtschaffener, der sich zur Tugend erhob, Beifall erhielt, und jede Gattung der Schwelgerei und Ausgelassenheit mit jedem Tage gleichsam sprungsweise1 zunahm: so konnten es die Einwohner von Groß-Antiochia in Syrien nicht länger ertragen, daß die Einnehmer der öffentlichen Abgaben täglich Erhöhungen derselben aussannen; erregten einen Aufruhr, stürzten schimpflich die [S. 73] Bildsäulen, nicht nur des Kaisers, sondern auch seiner Gattin, um, und ließen Ausrufungen hören, die zwar das Betragen beider verdiente, die aber doch Beweise ihrer beißenden und feinen Art, sich auszudrücken, waren. 2. Da nun der Kaiser, über diese Thaten aufgebracht, mit den Strafen drohete, die ihr Vergehen verdient haben; so beschloß der Senat, aus Furcht vor dem kaiserlichen Zorne, Abgeordneten zu schicken, um das zu entschuldigen, was das Volk gethan hatte. 3. Man wählte daher den Sophisten Libanius, dessen Ruhm die von ihm hinterlassenen Reden verkündigen, und den Hilarius, der sich durch Glanz der Geburt und jede Gattung der Gelehrsamkeit auszeichnete. 4. Der Sophist vermochte durch die Rede, die er vor dem Kaiser und dem Senate sprach, so viel, daß er den Zorn des Theodosius gegen die Antiochener dämpfte, ja, daß er diesem, als er den Haß gegen die Stadt völlig ablegte, die Rede von der Wiederversöhnung2 auftrug. 5. Hilarius wurde wegen seinen großen Tugenden gerühmt, und vom Kaiser als Statthalter über ganz Palästina angestellt.

1: Der Autor sagt nach einem griechischen Sprüchworte: ellenweise ― κατὰ πῆχυν (τὸ λεγόμενον) [kata pēchyn (to legomenon)] ― Da dieses bei uns nicht gewöhnlich ist, so sezte ich eine bei uns angenommene sprüchwörtliche Redensart dafür.
2: S. die 19. und 20te der Reden des L. nach der neuen Reiskischen Ausgabe. ― Nach dem Libanius selbst schickten ihn nicht seine Landsleute, sondern er kam freiwillig.

 

 

Informationen
Quellenangabe
Inhaltsverzeichnis
Vorrede zum zweiten Band
Ueber Zosimus und dessen Glaubwürdigkeit
Ueber Zosimos (Historische Briefe von G. B. (von) Schirach. Zweiter Brief. Halle, 1770.8, S. 10 folgg.)
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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger