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Zosimos (um 500) - Neue Geschichte (Historia nea)
Viertes Buch

Vier und zwanzigstes Kapitel. Niederlage und Tod des Valens ― Gratianus wählt den Theodosius zum Mitkaiser im Oriente.

[S. 40] 1. Je mehr er warnte, desto mehr ermunterten diejenigen, die von der Gegenpartei waren, den Kaiser, mit dem ganzen Heere in den Krieg zu ziehen: die Barbaren seyen ja fast gänzlich zu Grunde gerichtet, und der Kaiser dürfe zum Siege ohne Schwerdtstreich sich nur zeigen. 2. Da das Schicksal den Staat immer zum Schlimmeren hinriß, so behielt auch die schlimmere Meinung die Oberhand, und der Kaiser führte das ganze Heer ohne einige Ordnung ins Treffen. 3. Die Barbaren kamen ihm ohne Verweilen entgegen, erhielten einen entscheidenden Sieg, und richteten fast das ganze Heer zu Grunde; und als Valens mit Wenigen in einen Flecken floh, der nicht ummauert war, so umlegten sie ihn ringsum mit Holze, warfen Feuer darein, und verbrannten diejenigen, die dahin geflüchtet waren, nebst den Einwohnern, so daß schlechterdings niemand zum Leichname des Kaisers gelangen konnte.

5. Indem nun der Staat auf schwachen Hoffnungen ruhete, eilte Victor, der Befehlshaber der Römischen Reiterei, der mit wenigen Reitern dem Treffen entronnen war, nach Makedonien und Thessalien, zog von da nach Mösien und Pannonien, und berichtete dem sich daselbst aufhaltenden Gratianus, was vorgefallen war, den Untergang des [S. 41] Heers und des Kaisers. 6. Gratianus war über den Tod seines Oheims nicht sehr betrübt: denn es herrschte Mistrauen zwischen beiden. 7. Da er nun der Staatsverwaltung sich nicht gewachsen fühlte, weil Thrakien von den daselbst aufgetretenen Barbaren besetzt war, Mösien und Pannonien von den Barbaren jener Gegenden beunruhigt wurden, die Völker am Rheine aber die Städte ohne Hindernis anfielen: so wählte er zum Reichsgenossen den Theodosius, der von Cauca, einer Calläcischen1 Stadt in Iberien, abstammte, selbst ein guter Krieger, und in der Anführung des Kriegs erfahren war. 8. Ihn bestellte er über Thrakien und die Angelegenheiten des Orients; er selbst aber begab sich zu den westlichen Galliern, um, wo möglich, alles dorten wieder in Ordnung zu bringen.

1: Gallicischen.

 

 

Informationen
Quellenangabe
Inhaltsverzeichnis
Vorrede zum zweiten Band
Ueber Zosimus und dessen Glaubwürdigkeit
Ueber Zosimos (Historische Briefe von G. B. (von) Schirach. Zweiter Brief. Halle, 1770.8, S. 10 folgg.)
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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger