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Zosimos (um 500) - Neue Geschichte (Historia nea)
Viertes Buch

Zwei und zwanzigstes Kapitel. Die Saracenische Reiterei thut gute Dienste ― Verlegenheit des Valens.

1. Valens sahe, wie die Skythen schon ganz Thrakien plünderten, und beschloß daher, die er aus dem Oriente mit sich gebracht hatte, und die im Kampfe zu Pferde so erfahren waren, zuerst gegen die Reiterei der Skythen auszusenden. 2. Sie empfiengen daher die Losung der Kaiser, zogen in kleinen Schaaren aus den Thoren Konstantinopels, durchstachen die Skythen, die sich verspäteten mit Stangen, und brachten alle Tage viele Köpfe derselben. 3. Da die Skythen sahen, daß sie der Schnelligkeit ihrer Pferde und dem Wurfe der Stangen nur mit Mühe widerstehen konnten, so sannen sie darauf, den Stamm der Saracenen durch eine Kriegslist zu besiegen, verbargen einen Hinterhalt in hohlen Gegenden, und erwarteten nun, daß drei Skythen gegen einen Saracenen [S. 37] kämpfen werden. 4. Allein auch dieser Versuch mißlang ihnen, weil die Saracenen, wenn sie den Feind stärker herankommen sahen, durch die Schnelligkeit und Lenksamkeit ihrer Pferde leicht entflohen. Konnten sie aber die langsameren Skythen angreifen, und sie mit den Stangen niederwerfen, dann war die Niederlage der Skythen so groß, daß diese in der Verzweiflung über den Ister zurück gehen, und lieber sich den Hunnen ergeben wollten, als durch Saracenen gänzlich zu Grunde gerichtet werden. 5. Als sie nun die Gegend von Konstantinopel verließen, und weiters fortrückten, so erhielt der Kaiser durch diesen Umstand Zeit, sein Heer näher heran zu ziehen. 6. Indessen dachte der Kaiser darauf, wie ers mit dem Kriege, wo eine solche Menge der Barbaren ihn drängte, am besten einrichten sollte. Obgleich die schlechte Aufführung seiner Feldherren ihn in Verlegenheit setzte, so bedachte er sich doch wegen des Sturms, der den Staat umgab, sie abzusetzen, und, wem er die Befehlshaberstelle übergeben sollte, wußte er auch nicht, weil ihm keiner würdig schien. In der Zeit aber hatte Sebastianus die Abendländer verlassen, wo die Kaiser, um ihrer Jugend willen, ihren wahren Vortheil nicht kannten, sondern sich von den Verleumdungen der Eunuchen, ihren Kämmerlingen, leiten ließen, und war in Konstantinopel angekommen.

 

 

Informationen
Quellenangabe
Inhaltsverzeichnis
Vorrede zum zweiten Band
Ueber Zosimus und dessen Glaubwürdigkeit
Ueber Zosimos (Historische Briefe von G. B. (von) Schirach. Zweiter Brief. Halle, 1770.8, S. 10 folgg.)
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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger