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Zosimos (um 500) - Neue Geschichte (Historia nea)
Viertes Buch

Sechzehntes Kapitel. Ausserordentliche Strenge des Kaisers gegen das Volk und Nachsicht gegen die Vornehmen. Empörung des Firmus ― Einfälle der Barbaren in Pannonien und Obermösien.

[S. 26] 1. Valentinianus, von dem man urtheilte, er habe den Krieg gegen die Deutschen [Germanen] nur halb vollendet, zeigte sich nun äußerst hart. Denn er drang stark auf die Entrichtung der Abgaben, und trieb sie schärfer ein, als gewöhnlich war. 2. Zum Vorwande nahm er die Größe der Ausgaben für das Kriegsheer, die ihn gezwungen haben, das im Schatze verwahrte Geld auszugeben. Der Haß, den er sich dadurch bei jedermann erweckte, erbitterte ihn nur noch mehr, und er hatte nicht Lust, bei den Befehlshabern Untersuchungen anzustellen, ob sie sich unerlaubten Gewinns enthielten? Vielmehr haßte er diejenigen, die den Ruf eines untadelhaften Lebens hatten. Mit einem Worte, gegen die Art, wie er die Regierung vom [S. 27] Anfange an geführt hatte, war er izt ein ganz anderer Mann. 4. Daher überreichten die Libyer, die den Geiz des Romanus, des Befehlshabers der Kriegsmacht in Mauritanien, nicht mehr ertragen konnten, dem Firmus das Purpurgewand, [J 375.] und machten ihn zum Kaiser. Die Botschaft davon beunruhigte, wie natürlich, den Valentinianus. 5. Alsbald befahl er einigen Legionen, die in Pannonien und Obermösien besezten Posten zu verlassen, und sich nach Libyen einzuschiffen. 6. So bald dieses geschehen war, griffen die Sarmaten und Quaden, die schon vorher auf den Kelestius zürnten, der Befehlshaber dieser Postirungen war, nach dem Abzuge der Soldaten nach Libyen, die Pannonier und Mösier an. 7. Kelestius hatte ihren Fürsten1 durch eine beschworne Zusage zu sich gelockt, und ihn alsdann noch bei der Tafel hinterlistig ermordet. [J. 374] Daher fanden die Barbaren einen gerechten Vorwand des Angriffs, und plünderten und rauben alles, was, am Ister hin, außerhalb der Städte war. 8. Die Pannonier waren daher den Plünderungen um so mehr ausgesezt, da die Soldaten die Städte nur sehr nachläßig bewachten, und den Gegenden innerhalb2 des Flusses eben so beschwerlich fielen, als die Barbaren. 9. Mösien aber blieb unverletzt, weil Theodosius, der in [S. 28] jener Gegend die Kriegsmacht unter sich hatte, männlich widerstund, und die Einfälle abtrieb. 10. Daher erwarb er sich Ruhm durch diesen Sieg, und erlangte in der Folge das Reich. — Doch das wird zu seiner Zeit erzählt werden.

1: Gabinius.
2: An dem südlichen Ufer der Donau.

 

 

Informationen
Quellenangabe
Inhaltsverzeichnis
Vorrede zum zweiten Band
Ueber Zosimus und dessen Glaubwürdigkeit
Ueber Zosimos (Historische Briefe von G. B. (von) Schirach. Zweiter Brief. Halle, 1770.8, S. 10 folgg.)
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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger