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Zosimos (um 500) - Neue Geschichte (Historia nea)
Drittes Buch

Fünf und dreißigstes Kapitel. Ermordung Lucillians ― Jovianus stirbt auf der Reise nach Konstantinopel.

1. Jovianus, der nun im Besitze der obersten Gewalt war, machte sowohl andere Anordnungen, als schickte er auch den Lucillianus, seinen Schwiegervater, den Prokopius und den Valentinianus, der nach ihm Kaiser ward, zu den Heeren in Pannonien, ihnen vom Tode Julians, und daß er nach ihm zum Kaiser gewählt worden sey, Nachricht zu geben. 2. Die Barbaren zu Sirmium aber, die zur Beschützung der Stadt daselbst zurückgelassen waren, ermordeten, sobald sie es hörten, den Lucillianus, als den Verkündiger so großer Unglücksfälle, ohne seine Verwandtschaft mit dem Kaiser zu achten, entließen hingegen den Prokopius, aus Achtung für seine Verwandtschaft mit Julian, unverlezt, Valentinianus aber entgieng dem Tode [S. 286] durch die Flucht. Den Jovianus, der von Antiochia auszog, und den Weg nach Konstantinopel nahm, befiel eine plötzliche Krankheit, die seinem Leben zu Dadastana in Bithynien ein Ende machte [J. 364.], nachdem er nur acht Monate regiert hatte, und nicht im Stande war,1 für den Staat, was nöthig war, anzuordnen.

1: Es gereicht doch zum Ruhm dieses Kaisers, daß er die durch den Tod Julians bestürzten Heiden durch ein Toleranzdekret beruhigte. ― Uebrigens lag das sonsten unbekannte Dadastana zwischen Ankyra und Nikäa, in beinahe gleicher Entfernung von beiden Städten. Ueber seinen Tod macht Gibbon (Th. 6. S. 111. Leipz. Uebers.) folgende Bemerkung: „Die Ursache dieses plötzlichen Todes wurde verschieden ausgelegt. Einige schrieben ihn den Folgen einer Unverdaulichkeit zu, die entweder von der Menge des Weins, oder der Beschaffenheit der Schwämme herrühren sollte, die der Kaiser an diesem Abend genossen hatte. Nach Andern wurde er im Schlafe durch den Dampf der Kohlen erstickt, welche die schädliche Feuchtigkeit des frisch aufgetragenen Kalks aus den Mauern des Zimmers herauszogen. Aber nur der Mangel einer legalen Untersuchung über den Tod eines Fürsten, dessen Regierung und Person bald vergessen wurde, scheint der Umstand gewesen zu seyn, welcher die boshaften Ausstreuungen, als ob der Kaiser durch Gift, oder die Hand eines Meuchelmörders gestorben sey, einigermaßen begünstigte.

 

 

Informationen
Quellenangabe
Inhaltsverzeichnis
Vorrede zum zweiten Band
Ueber Zosimus und dessen Glaubwürdigkeit
Ueber Zosimos (Historische Briefe von G. B. (von) Schirach. Zweiter Brief. Halle, 1770.8, S. 10 folgg.)
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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger