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Zosimos (um 500) - Neue Geschichte (Historia nea)
Zweites Buch

Fünf und vierzigstes Kapitel.

1. Auf solche Weise gelang die List gegen Vetranio; worauf Konstantius gegen den Nagnentius auszuog; den Gallus, seines Vaterbruders Sohn, und Bruder des nachfolgenden Kaisers Julianus, zum Cäsar bestellte, und dem selben seine Schwester Konstantia verlobte. Er that dieses entweder um ihn den Persern im Folde entgegen zu stellen, oder, der Wahrheit gemäß, um eine Gelegenheit zu dessen Ermordung zu finden.1 Denn er allein war nebst seinem Bruder von der Konstantinischen Familie noch übrig, indem seine andern Verwandten, wie gemeldt, schon alle aus dem Wege geschafft waren. Diesem Gallus nun ertheilte er die Tracht eines Cäsars; dem Lucillianus übertrug er den Krieg gegen die Perser: er selbst aber richtete, nachdem er sein Kriegsheer mit dem des Vetranio vereiniget hatte, seinen Zug gegen Magnentius. Dieser rückte ihm mit stärkerer Macht entgegen; und ernannte, um die jenseits der Alpen wohnenden Völkerschaften in steter Aufsicht zu halten, den Decentius, seinen Verwandten zum Cäsar. Als nun die beiderseitigen Heere nach Pannonien gekommen, und nicht ferne von der Stadt Mursa sich einander genähert hatten,2 legte Magnentius einen Hinterhalt in [S. 201] die Adranäischen engen Pässe, und sandte jemand an die Feldherren des Konstantius ab, mit der Nachricht: Daß er sein Vorrücken aufschieben wolle, bis seine Feinde Siscia erreicht hätten; weil er in den geräumigen Ebenen jener Gegend die Schlacht zu liefern gedenke. Konstantius freute sich über diese Botschaft, weil die Schlacht an einem für die Reiterei, woran er dem Feinde überlegen war, bequemen Platze geliefert werden sollte, und rückte mit seinem Heere gegen Siscia vor. Während dieses wehrlos und ohne Ordnung dahin vorwärts zog, fiel unvermuthet der Hinterhalt aus den engen Pässen hervor; deckte beinahe alle mit Steinen, und hinderte dessen weiteres Vorrücken.

1: Wahrlich eine sehr hämische Behauptung! Kap. 55. dieses Buchs wird bei Gelegenheit von Gallus Tode mehreres hierüber gesagt wrden müssen.
2: Die Erzählung des Zosimus ist, was die angegebene Lage und beobachtete Ordnung in Angabe der Oerter und Gegenden betrift, etwas verwirrt und unverständlich. Hier läßt er beide Heere schon nach Pannonien kommen, und im folgenden Kapitel läßt er den Magnentius erst in Pannonien einrücken. Sodann läßt es sich nicht begreifen, wie Magnentius noch nicht Siscia sollte erreicht haben, da er doch Mursa schon vorbei war; indem er Siscia schon im Rücken haben mußte, wenn er nach Mursa kam. Siscia ist übrigens das heutige Sissek in Croatien, Mursa aber wird für das heutige Essek angegeben.

 

 

Informationen
Quellenangabe
Inhaltsverzeichnis
Vorrede zum zweiten Band
Ueber Zosimus und dessen Glaubwürdigkeit
Ueber Zosimos (Historische Briefe von G. B. (von) Schirach. Zweiter Brief. Halle, 1770.8, S. 10 folgg.)
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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger