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Zosimos (um 500) - Neue Geschichte (Historia nea)
Zweites Buch

Vier und zwanzigstes Kapitel.

1. Tags darauf segelte Abantus mit einem starken Nordwinde aus dem Hafen des Ajax, und rüstete sich wieder zum Treffen. 2. Weil indessen die dreißigrudrigen Schiffe, welche bishero an der Mündung des Hellesponts gestanden hatten, nach dem Befehle der Admiräle in den Hafen Eläus1 gekommen waren, so trug Abantus, über die große Anzahl Schiffe bestürzt, Bedenken, die Feinde anzugreifen. 3. Gegen Mittag erhob sich, statt des Nordwindes, ein heftiger Wind aus Süden, welcher die, an den asiatischen Küsten befindliche Flotte des Licinius theils auf den Strand jagte, theils an Klippen warf, theils mit der Bemannung versenkte; 4. dergestalt, daß fünf tausend Menschen und nebst ihrer Besatzung hundert und dreißig Schiffe zu Grunde giengen, auf welchen Licinius einen Theil seines Heeres aus Thracien nach Asien hatte [S. 162] übersetzen wollen, weil Byzantium nebst seiner Besazung nicht auch diese Menge noch fassen konnte.2 5. Die Flucht des Abantus mit vierzig Schiffen nach Asien machte also dem Streite zur See ein Ende. Nachdem auch die Schiffe angekommen waren, welche den Feldherren des Konstantinus allerlei Bedürfnisse und vornämlich eine große Menge von Proviant in den Hellespont zuführten, so fuhren sie mit der ganzen Flotte aufwärts, um sich mit [S. 163] den Belagerern von Byzantium zu vereinigen, und auch von der Seeseite die Stadt einzuschließen. 6. Die Landvölker des Licinius hielten den Anblick der Seemacht nicht aus, verschafften sich Schiffe und segelten nach Eläunt.

1: Dieser Hafen liegt ganz südlich an der Erdzunge von Gallipoli, ehedem Chersonesus Thracia; Ajanteum aber gegenüber an der asiatischen Küste.
2: Hr. Hofr. Heyne erläutert durch folgende Bemerkungen diese etwas undeutliche Beschreibung des Seetreffens:
Es ist bekannt, daß das Gewässer des Hellespontes, oder heute die Meerenge der Dardanellen, sehr heftig gegen das Aegäische Meer, heute den Archipelagus, treibt; ein heftiger Südwind muß demnach die zurückgetriebenen Fluthen in große Unruhe und Wuth bringen. Die Flotte des Amandus hatte die asiatische Küste, den unter dem Rhöteischen Vorgebirge in Troas gelegenen Ajantischen (vielleicht von Ajax Grabhügel also genannt), inne; sie mußte also von einem starken Südwinde viel leiden, als welcher die Fahrzeuge an die Küste werfen mußte. ― ― ― Wenn indessen Hr. Hofr. Heyne glaubt, daß durch einen Südwind die von Norden herkommende Fluthen wegen des Zurücktreibens in große Unruhe und Wuth gerathen müßten, so widerspricht diesem Tournefort, welchen Gibbon Il. S. 305. d. Uebers. anführt; in seiner Reise in die Levante XI. Brief, indem er berichtet, daß ein Südwind die Stärke des Stroms fast unmerklich mache. ― Hält er vielleicht der aus Norden kommenden Macht der Fluth das Gleichgewicht?

 

 

Informationen
Quellenangabe
Inhaltsverzeichnis
Vorrede zum zweiten Band
Ueber Zosimus und dessen Glaubwürdigkeit
Ueber Zosimos (Historische Briefe von G. B. (von) Schirach. Zweiter Brief. Halle, 1770.8, S. 10 folgg.)
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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger