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Zosimos (um 500) - Neue Geschichte (Historia nea)
Erstes Buch

Neun und sechzigstes Kapitel.

[S. 107] 1. Nach der Vollendung dieser Kriege am Rhein, verdienen auch die damaligen Vorfälle in Isaurien angeführt zu werden. 2. Lydius, von Geburt ein Isaurier, in der Gewohnheit zu rauben aufgewachsen, gesellte sich eine ähnliche Schaar zu, und fiel ganz Pamphylien und Lycien an. 3. Als sich aber die Soldaten zusammen zogen, um diese Räuber zu fangen, so besezte er, weil er sich zu schwach fühlte, dem Römischen Heere Widerstand zu leisten, die Lycische Stadt, Kremna, auf einer steilen Anhöhe gelegen, und zum Theile durch sehr große Tiefen befestiget. 4. Hier fand er viele, welche sich dahin, als in eine sichere und bemauerte Stadt, geflüchtet hatten. 5. Da die Römer diesen Ort eifrig belagerten, und die Verzögerung dabei standhaft aushielten, so riß er die Häuser nieder, machte den Boden urbar, und pflanzte Getreide zum Unterhalte derer in der Stadt. 6. Weil indessen ihre Menge gar vieles zum Unterhalte bedurfte, so trieb er alle untaugliche Personen, weiblichen und männlichen Geschlechtes, zur Stadt hinaus. 7. Die Römer merkten die Absicht des Lydius, und nöthigten sie, in die Stadt zurückzukehren; worauf er sie in die Schlünde, welche um die Stadt her waren, stürzen ließ. 8. Auch grub er von der Stadt aus, nach der auswärtigen Landschaft, einen bewundernswürdigen unterirdischen Gang, und dehnte ihn jenseits des Standpunkts des feindlichen Heeres aus, und [S. 108] sandte durch denselben einige Leute hinaus, Vieh und andere Nahrungsmittel zu rauben. Hierdurch erlangten die Belagerten zum Theil hinlängliche Lebensmittel. 9. Endlich fanden die Feinde auch diesen, weil ihnen ein Weib es entdeckte. 10. Dennoch ließ Lydius auch jezt den Muth nicht sinken; sondern entzog den Seinigen nach und nach den Wein, und theilte ihnen geringere Portionen Getreide aus. 11. Als aber dieses abnahm, fand er sich in der Nothwendigkeit, alles in der Stadt umzubringen, außer den ihm und zur Wache der Stadt nöthigen Männern. 12. Auch behielt er Weiber bei, welche er für die natürlichen Bedürfnisse Aller in Gemeinschaft unterhielt.

 

 

Informationen
Quellenangabe
Inhaltsverzeichnis
Vorrede zum zweiten Band
Ueber Zosimus und dessen Glaubwürdigkeit
Ueber Zosimos (Historische Briefe von G. B. (von) Schirach. Zweiter Brief. Halle, 1770.8, S. 10 folgg.)
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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger