Titel newsletter aktuell suche Titel werke start
Zosimos (um 500) - Neue Geschichte (Historia nea)
Erstes Buch

Vier und sechzigstes Kapitel.

[S. 101] 1. Hieraus entspann sich eine Verwirrung im Staate. Denn im Morgenlande ernannte man [Probus und Florianus J. 276.] den Probus, zu Rom hingegen den Florianus1 zum Kaiser. 2. Syrien, Phönicien, Palästina und ganz Aegypten hatte Probus im Besitze; 3. Florianus aber alles in seiner Gewalt, von Cilicien an bis Italien. Auch hatten sich die Völkerschaften jenseits der Alpen, Gallien, Spanien und die Insel Britannien ihm unterworfen; überdies Libyen nebst den Mauritanischen Völkerstämmen. Beide rüsteten sich demnach zum Kriege. 4. Florianus verfolgte den gegen die Scythen am Bosporus erfochtenen Sieg nicht ganz ― denn er ließ die schon Eingeschlossenen nach Hause ziehen ― und rückte gen Tarsus vor, um dort sein Lager aufzuschlagen. ― Probus aber, der mit geringern Kräften den Krieg angefangen hatte, zog solchen in die Länge. Dieses verursachte bei dem Heere des Florianus, welches meistens aus Europäern bestand, in dem heißen brennenden Klima von Cilicien, dessen die Europäer nicht gewohnt waren, schwere Krankheiten. 5. Probus nahm dieser guten Gelegenheit wahr, und griff denselben an. 6. Zwar strengten die Legionen des Florianus alle Kräfte an, und rückten aus; 7. allein es sezte nur einige [S. 102] Plänkeleien vor der Stadt, und die Heere trennten sich ohne einen denkwürdigen Vorfall. 8. Nach dieser Begebenheit kamen einige von dem Heere des Probus, entsezten den Florianus der Regierung, und ließen ihn gefänglich eine Zeitlang bewachen. 9. Doch wagte Florianus, überredet von einigen, die um ihn waren, daß dieses gegen den Willen des Probus geschehe, den Purpur wieder anzunehmen; 10. bis endlich andere zurückkamen, die wahre Gesinnung des Probus in Absicht desselben kund machten, und desselben Ermordung durch seine eigene Soldaten veranstalteten2.

1: Es ist grundlos, daß Florianus zu Rom ernannt worden; es geschah bei der Armee durch seine Veranstaltung.
2: Die Erzählung des Zosimus, ist wahrlich etwas unbegreiflich, wenn man nicht annimmt, entweder daß Florianus vorher durch Krankheit seines Heeres zu sehr geschwächt war, als daß er denen, welche von Probus Armee kamen, widerstehen konnte; ― oder daß leztere unter dem Scheine als Ueberläufer ankamen und eine Meuterei anstifteten, welche sich mit Florians Ermordung endigte.

 

 

Informationen
Quellenangabe
Inhaltsverzeichnis
Vorrede zum zweiten Band
Ueber Zosimus und dessen Glaubwürdigkeit
Ueber Zosimos (Historische Briefe von G. B. (von) Schirach. Zweiter Brief. Halle, 1770.8, S. 10 folgg.)
Bilder Vorlage

Navigation
. Erstes Buch
. . Mehr
. . Vier und funfzigstes ...
. . Fünf und funfzigstes ...
. . Sechs und funfzigstes ...
. . Sieben und funfzigstes ...
. . Acht und funfzigstes ...
. . Neun und funfzigstes ...
. . Sechzigstes Kapitel.
. . Ein und sechzigstes ...
. . Zwei und sechzigstes ...
. . Drei und sechzigstes ...
. . Vier und sechzigstes ...
. . Fünf und sechzigstes ...
. . Sechs und sechzigstes ...
. . Sieben und sechzigstes ...
. . Acht und sechzigstes ...
. . Neun und sechzigstes ...
. . Siebenzigstes Kapitel.
. . Ein und siebenzigstes ...
. Zweites Buch
. Drittes Buch
. Viertes Buch
. Fünftes Buch
. Sechstes Buch

Titel Top Back Next
 
Kontakt: Griechische Patristik und orientalische Sprachen - Miséricorde - Av. Europe 20 - CH-1700 Fribourg
Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger