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Zosimos (um 500) - Neue Geschichte (Historia nea)
Erstes Buch

Neun und vierzigstes Kapitel.

1. Weil nun der Kaiser erfuhr, daß die Allemannen in Verbindung mit ihren Nachbarn1 [S. 83] die Absicht hätten, einen Zug nach Italien zu unternehmen, so wurde er, wie billig, um Rom und die nahe liegende Gegend mehr besorgt, und kehrte sich nach Italien; in Pannonien aber ließ er eine hinreichende Besatzung zurück. 2. An den äußersten Gegenden an der Donau kam es zu einem Treffen, in welchem viele Tausend Barbaren erschlagen wurden.2 Um diese Zeit gab es auch in Rom Vorfälle; indem einige aus dem Senat als Theilnehmer einer Verschwörung gegen den Kaiser, in Untersuchung genommen, und am Lebens gestraft wurden. Damals wurde Rom, welches vormals unbemauert war, mit einer Mauer umgeben, die unter Aurelius angefangen, und unter [S. 84] der Regierung des Probus vollendet wurde.3 Damals kamen Eutimius und Urbanus und Domitianus in den Verdacht von Neuerungen; wurden sogleich angegriffen und hingerichtet.

1: Markomannen und Juthunger werden diese Nachbarn genannt, und die Zahl dieser einbrechenden Deutschen [Germanen] zusammen auf dreimalhundert Tausend angegeben. Dexippus und Vopiscus geben diese Nachricht, nach einer Note des H. Hofr. Heyne.
2: Die Allemannen drangen von der Donau her in Italien ein; wo aber dieses Treffen mit ihnen geliefert wurde, ist nicht wohl zu bestimmen. Ueberhaupt hat Zosimus vergessen, zwei Züge Aurelians gegen die verwüstenden Einbrüche der Allemannen zu bemerken. Der leztere, auf welchen er hier zu deuten scheinet, brachte die Verwüstung tief nach Italien; denn ihre Hauptniederlage empfiengen sie in Umbrien; auf dem erstern Zug hingegen traf er sie an der Donau. Es scheint also, Zosimus habe hier aus Eilfertigkeit beide Züge verwirrt. Dexippus, Victor junior in Aurelian. Vopiscus in Hist. August. sind hier genauer.
3: Rom war nicht ohne Mauern gewesen, wie Zos. angiebt, sondern die Mauer wurde von Aurelianus nur erweitert, da wo sie durchbrochen und zerfallen gewesen, wieder hergestellt; außer derselben befindliche Vorstädte hineingezogen, und dadurch die Stadt gegen feindliche Ueberfälle gedeckt.

 

 

Informationen
Quellenangabe
Inhaltsverzeichnis
Vorrede zum zweiten Band
Ueber Zosimus und dessen Glaubwürdigkeit
Ueber Zosimos (Historische Briefe von G. B. (von) Schirach. Zweiter Brief. Halle, 1770.8, S. 10 folgg.)
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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger