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Zosimos (um 500) - Neue Geschichte (Historia nea)
Erstes Buch

Ein und zwanzigstes Kapitel.

1. Philippus bat, in der Bestürzung über diese Vorfälle, den Senat, entweder in der gegenwärtigen Lage ihm beizustehen, oder, wenn sie an seinem Regimente Misfallen hätten, solches ihm abzunehmen. Als nun keiner das mindeste antwortete, so versicherte Decius, welcher von vorzüglicher Herkunft und Ansehen war, ausserdem auch durch jede Art von guten Eigenschaften sich auszeichnete, er sey ohne Ursache darüber niedergeschlagen; 2. denn Sachen, welche auf keine Weise Festigkeit haben könnten, zerfallen leichtlich von sich selbst. 3. Wiewohl nun, was Decius nach seiner Erfahrenheit in Geschäften vermuthet hatte, nämlich die baldige Hinwegräumung des Jotapianus und Marinus, wirklich eintraf, so minderte sich dennoch Philippus Furcht nicht, weil er den Haß der Legionen gegen ihre dortigen Anführer und Obersten kannte. 4. Deswegen lag er dem Decius an, den Oberbefehl in Mösien und Pannonien zu übernehmen. Wie er sich aber dieses aus dem Grunde verbat, es sey dem Kaiser selbst nicht vortheilhaft, 5. so zwang er ihn durch Drohungen,1 nach Pannonien zu gehen, um die [S. 54] Anhänger Marins auf bessere Gesinnungen zu bringen. 6. Die daselbst stehenden Soldaten, welche ihn zur Bestrafung der Verbrecher ankommen sahen, fanden es zuträglicher, die obschwebende Gefahr abzutreiben, und sich zugleich einem Regenten zu unterwerfen, der sich des Staates besser annehmen, und vermöge seiner politischen und kriegerischen Talente, den Sieg über Philipp mit leichter Mühe erhalten würde.

1: Das Original sagt τῇ θετταλικῇ λεγομένῃ πειθανάγκῃ [tē thettalikē legomenē peithanankē] ― eigentlich: er wandte den thessalischen Ueberredungszwang an. Da nun der in der Reitemeierschen Ausgabe angeführte Zonaras B. 12. K. 20. sagt, daß Philipp den Decius mit bloßem Säbel gezwungen habe, auch Cicero die Redensart des Zosimus irgendwo in ähnlichem Sinne braucht: so habe ich in der Uebersetzung den allgemeinen Sinn ausgedruckt. Reitemeier führt Cic. ad Att. 9, 13 an, welches unrichtig; ich vermag aber jetzo nicht die Stelle richtiger anzugeben. H. [Sie befindet sich doch in dem angeführten Briefe an den Atticus.] S.

 

 

Informationen
Quellenangabe
Inhaltsverzeichnis
Vorrede zum zweiten Band
Ueber Zosimus und dessen Glaubwürdigkeit
Ueber Zosimos (Historische Briefe von G. B. (von) Schirach. Zweiter Brief. Halle, 1770.8, S. 10 folgg.)
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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger