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Prof. Heyler, Ueber Zosimus und dessen Glaubwürdigkeit. In: Geschichte des Zosimus. Erster Band und zweiter Band. Aus dem Griechischen zum Erstenmale übersetzt und mit Anmerkungen begleitet von Seybold und Heyler. (Sammlung der neuesten Übersetzungen der Griechischen prosaischen Schriftsteller 10), Frankfurt am Main 1802.
Ueber Zosimus und dessen Glaubwürdigkeit

Urtheil des Patriarchen Photius über Zosimus.

[S. 22] 1 Gelesen wurde auch die Geschichte des Comes und Advocatus Fisci, Zosimus, bestehend aus sechs Büchern. In Absicht seiner Religion ist er Unchrist und thut in vielen Stücken heftige Ausfälle gegen die Christen. Seine Erzählung ist kurz, seine Schreibart deutlich und rein. Er fängt seine Erzählung gewissermaßen mit Augustus an; durchläuft die ganze Reihe [S. 23] der Regenten bis auf Diocletian, und bemerkt die bloßen Namen und Folge. Von Diocletians Zeiten breitet er sich in fünf Büchern weiter über die Kaiser aus; denn das erste zählet die von Augustus bis Diocletianus; mit dem sechsten Buche schließt er sein Werk; welches da endiget, als Alarich zum zweitenmale Rom belagert, bei höchster Verlegenheit der Einwohner die Belagerung aufhebt, und ihnen Attalus zum Kaiser setzet; welchen er aber hernach wiederum der Regierung entsezte (weil er das ihm anvertraute Regiment nicht nach dessen Gutdünken verwaltet), und nach Ravenna zum Honorius sandte, um Frieden zu stiften. Sarus hingegen, der ebenfalls ein Gothe und Alarichs heimlicher Feind war, schlug sich mit dreyhunderten, welche er anführte, auf Honorius Seite, versprach demselben im Kriege gegen Alarich beizustehen und legte Hindernisse in den Weg. Hiermit endiget sich das sechste Buch von Zosimus Geschichte. Man könnte sagen, daß er nicht eine Geschichte geschrieben, sondern den Eunapius kopiret habe; jedoch mit dem Unterschied, [S. 24] daß er kürzer ist, und nicht wie jener den Stilicho durchziehet. Sonst ist er in den übrigen Theilen der Geschichte beinahe übereinstimmend und vornämlich in den Verleumdungen der christlicher Kaiser. Auch er scheint mir, wie jener, zwo Ausgaben veranstaltet zu haben; doch habe ich die erstere von diesem nicht zu Gesichte bekommen. Weil diejenige Ausgabe, welche ich gelesen, die Aufschrift der Neuen führet, vermuthe ich, daß er, nach dem Beispiele des Eunapius, noch eine zweite herausgegeben. Deutlicher und, wie gesagt, kürzer als Eunapius ist Zosimus, und gebraucht nur selten rednerische Figuren.

1: Für die Leser, welchen es unbekannt seyn möchte, bemerke ich, daß Photius, Patriarch zu Konstantinopel, im neunten Jahrhundert, eine Bibliothek oder Recension der von ihm gelesenen Bücher, hinterlassen; wovon noch so viel übrig ist, daß wir 280 Bücher, worunter leider gar viele verlohrne, daraus kennen lernen. Dem Titel nach enthielt sie die Anzeige von weit mehrern Schriften. Unser Zosimus ist der 98ste recensierte Kodex.

 

 

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Einleitung zu:
Neue Geschichte (Historia nea) (Zosimos (um 500))

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger