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Chrysostomus († 407) - Erster Brief an Theodor (Ad Theodorum lapsum I)

18.

Aber wie jener Landwirth, der auf das Frucht-Erträgniß verzichtet, weiter nichts fernzuhalten sich bestrebt, was der Saat Schaden bringt, so wird auch jener, der das Bekenntniß der Thränen säet, ohne einen Gewinn daraus zu erwarten, nicht im Stande sein, was der Buße verderblich ist, fern zu halten. Das aber ist’s, was die Bekehrung zerstört, daß man sich wieder den nämlichen Sünden gefangen gibt. Denn es heißt:1 „Wenn einer baut und der andere einreißt, was haben sie dann davon als die Arbeit? Wenn [S. 344] sprechen. Denn die bösen Werke und die andern werden dort gegen einander abgewogen werden. Wenn die guten den Balken abwärts ziehen, dann bringen sie dem, der sie verrichtet, das größte Heil: und der Schaden aus den bösen Werken ist nicht stark genug, um jene aus ihrer Stellung zu reißen. Wenn aber diese überwiegen, so reissen sie ihn in das Feuer der Hölle fort, weil die Zahl der guten Werke nicht groß genug ist, um gegen jene gewaltige Wucht zu bestehen. Und das ist nicht mein eigener Gedanke, sondern göttlicher Ausspruch: „Er wird Jedem,“ heißt es,2 „nach seinen Werken vergelten.“ Nicht bloß in der Hölle, sondern auch im Himmelreich ergeben sich viele Abstufungen. Denn es heißt:3 „Im Hause meines Vaters sind viele Wohnungen.“ Und:4 „Anders ist die Klarheit der Sonne, anders die Klarheit des Mondes.“ Das ist nicht zu verwundern. Die Unterscheidung geht sogar so weit, daß „ein Stern vom andern dort unterschieden“ ist.

1: Eccl. 34, 28.
2: Matth. 16, 27.
3: Joh. 14, 2.
4: I. Kor. 15, 41.

 

 

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Inhaltsverzeichnis
Einleitung: Erster Brief an Theodor

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger