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Athanasius (295-373) - Leben des heiligen Antonius (Vita Antonii)

91. Kapitel. Die Krankheit des Antonius. Seine letzten Worte.

Er kannte diesen Brauch und fürchtete, sie möchten auch seinen Körper so behandeln; deshalb beeilte er sich, Abschied zu nehmen von den Mönchen auf dem äußeren Berge; er begab sich dann auf den inneren Berg, wo er sich aufzuhalten pflegte; hier erkrankte er nach einigen Monaten. Er rief seine Genossen - es waren dies zwei Männer, die auch auf dem inneren Berg geblieben waren, die sich fünfzehn Jahre der Askese unterwarfen und dem Antonius dienten mit Rücksicht auf sein Alter - und sprach zu ihnen: "Ich wandere, wie geschrieben steht,1 den Weg der Väter; denn ich merke, wie mich der Herr ruft. Ihr aber seid wachsam und vereitelt nicht eure lange Askese, sondern bemüht euch, wie wenn ihr jetzt erst anfinget, euren Eifer zu [S. 774] bewahren. Ihr kennt die Nachstellungen der Dämonen, ihr wißt, wie wild sie sind, aber auch wie schwach in ihrer Gewalt. Fürchtet sie also nicht, atmet vielmehr immer in Christus und glaubet an ihn. Lebt, wie wenn ihr jeden Tag sterben solltet, achtet auf euch und erinnert euch der Ermahnungen, die ihr von mir gehört habt. Ihr sollt keine Gemeinschaft haben mit den Schismatikern, besonders aber nicht mit den häretischen Arianern. Denn ihr wißt ja, wie ich sie gemieden habe wegen ihrer Christus bekämpfenden und andersgläubigen Häresie. Bemühet euch dagegen, euch immer anzuschließen vor allem an den Herrn, dann aber auch an die Heiligen, damit auch sie euch nach dem Tode in ihre ewigen Wohnungen aufnehmen wie Freunde und Bekannte. Das erwäget, daran denket! Wenn ich euch lieb bin und wenn ihr euch an mich wie an einen Vater erinnert, dann laßt sie nicht meinen Leichnam nach Ägypten bringen, damit sie ihn nicht in den Häusern aufbewahren; denn deshalb bin ich auf den Berg gegangen und kam hierher. Ihr wißt auch, wie ich immer die, welche dies taten, gerügt habe und befohlen, mit dieser Gewohnheit aufzuhören. Bestattet meinen Leichnam und bergt ihn unter der Erde. Mein Gebot soll von euch beachtet werden, so daß niemand den Ort kennt außer ihr allein. Denn ich werde bei der Auferstehung der Toten vom Heiland einen unvergänglichen Körper erhalten. Verteilet meine Kleider; dem Bischof Athanasius gebt das eine Schaffell und den Mantel, den ich darunter anzog; er hat ihn mir neu gegeben, von mir aber ist er abgenützt worden. Dem Bischof Sarapion gebt das andere Schaffell, Ihr behaltet das härene Gewand. Und nun lebt wohl, Kinder; denn Antonius geht hinüber und ist nicht mehr mit euch."

1: Jos 23,14.

 

 

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Einleitung: Die Vita des Antonius.
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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger