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Athanasius (295-373) - Leben des heiligen Antonius (Vita Antonii)

42. Kapitel.

Wenn also der Teufel sogar selbst zugibt, daß er nichts vermag, müssen wir ihn und seine Dämonen [S. 729] gänzlich verachten. Zwar hat der Feind mit seinen Hunden1 so viele Listen, wir aber können ihn verachten, da wir seine Schwäche kennen gelernt haben. Laßt uns also in Gedanken nicht fallen, laßt uns in der Seele nicht an Furcht denken, wollen wir uns nicht selbst Angst einjagen, indem wir sagen: Wenn nur kein Dämon kommt und mich zur Umkehr zwingt. Wenn er mich nur nicht ergreift und niederwirft oder plötzlich herankommt und mich in Verwirrung bringt! Wir wollen durchaus nicht an etwas Derartiges denken, wir wollen auch nicht trauern, als ob wir zugrunde gingen; wir wollen vielmehr Mut fassen und uns immer freuen, daß wir gerettet werden. Wir wollen in unserem Inneren erwägen, daß der Herr mit uns ist, der sie verscheuchte und niederwarf. Wir wollen überlegen und immer beherzigen, daß die Feinde uns nichts tun werden, da der Herr mit uns ist. Denn wenn sie erscheinen, verhalten sie sich selbst so gegen uns, wie sie uns antreffen, und nach den Gedanken, die sie in uns finden, gestalten sie auch ihre Trugbilder. Wenn sie uns nun feige und in Verwirrung finden, dann eilen sie sogleich herbei wie Räuber, die einen Platz ohne Bewachung treffen; und was wir von uns selbst denken, das vergrößern sie noch obendrein. Wenn sie uns furchtsam und feige sehen, dann vermehren sie die Mutlosigkeit durch ihre Erscheinungen und Drohungen, und die arme Seele wird damit gefoltert. Wenn sie uns dagegen freudig im Herrn finden, wie wir überdenken die zukünftigen Güter, die Gaben des Herrn, wie wir erwägen, daß alles in der Hand des Herrn liegt, daß ein Dämon nichts gegen einen Christen vermag, daß er überhaupt keine Macht hat gegen jemand: wenn sie nur die Seele durch solche Gedanken behütet sehen, dann wenden sie sich beschämt ab. So wich der Feind von Job zurück, als er ihn geschirmt fand. Den Judas aber, den er entblößt von all diesem traf, brachte er in seine Gewalt. Wenn wir also den Feind verachten wollen, mögen wir immer an die Gnaden des Herrn denken, und die Seele soll sich beständig freuen in froher Hoffnung.2 [S. 731] Dann werden wir das Getändel der Dämonen ansehen wie Rauch, wir werden wahrnehmen, wie sie nicht verfolgen, sondern fliehen. Denn wie ich vorher sagte, sind sie gar feig, da sie immer das ihnen bereitete Feuer erwarten.

1: Vgl. Kap. 9 [S. 700].
2: Röm 12,12.

 

 

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Einleitung: Die Vita des Antonius.
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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger