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Athanasius (295-373) - Leben des heiligen Antonius (Vita Antonii)

19. Kapitel.

[S. 709] Daher wollen wir, meine Kinder, an der Askese festhalten und nicht nachlässig werden. Denn wir haben darin auch den Herrn als Mithelfer, wie geschrieben steht:1 "Einem jeden, der das Gute wählt, hilft Gott zum Guten." Um aber nicht sorglos zu werden, ist es nützlich für uns, jenes Wort des Apostels zu beherzigen, das "täglich sterbe ich".2 Denn wenn auch wir so leben, als ob wir täglich sterben sollten, dann werden wir nicht sündigen. Jenes Wort ist gesagt, auf daß wir, wenn wir jeden Tag erwachen, glauben, nicht bis zum Abend zu leben, und wiederum damit wir, wenn wir einschlafen, glauben, nicht mehr zu erwachen; denn von Natur ist unser Leben unsicher, und es wird uns täglich von der Vorsehung zugemessen. Wenn wir uns so halten und täglich danach leben, werden wir nicht in Sünden fallen, wir werden nichts begehren, keinem zürnen, wir werden keine Schätze sammeln auf Erden. Vielmehr werden wir, wie wenn wir täglich den Tod erwarteten, besitzlos sein und allen alles verzeihen. Der Begierde nach einem Weibe oder einer anderen unreinen Lust werden wir uns durchaus nicht gefangen geben, wir werden uns davon abwenden wie von etwas, das vergänglich ist, immer voll Kampfeseifer und im Hinblick auf den Tag des Gerichtes. Denn es ist ja immer so, daß die Furcht vor dem Schwereren und das Ringen mit den Qualen das Einschmeichelnde der Begierde auflöst und die strauchelnde Seele wieder aufrichtet.

1: Röm 8,28.
2: 1Kor 15,31.

 

 

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Einleitung: Die Vita des Antonius.
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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger