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Gregor der Grosse († 604) - Ausgewählte Briefe

Vierzehntes Buch. Briefe aus den Jahren 603-604.

I. (12.) An die Langobardenkönigin Theolinde.

Inhalt

[S. 676] I.
Gesammtausgabe 12.

An die Langobardenkönigin Theolinde.

Inhalt: Glückwunsch, weil die Adressatin ihren Sohn Adulouwald in der katholischen Religion erziehen lässt. Entschuldigung wegen Nichtbeantwortung eines Briefes des Abtes Sekundus. Übersendung der Akten des fünften Konzils. Beteuerung dass die römische Kirche am Glauben von Chalcedon festhalte. Geschenke.

Durch das Schreiben, welches Ihr schon vor längerer Zeit von Genua aus an uns gerichtet habt, ließet Ihr uns an Eurer Freude teilnehmen. Denn wir erfuhren durch dasselbe, dass die Gnade des allmächtigen Gottes Euch einen Sohn geschenkt habe und derselbe, was Ew. Excellenz sehr zur Ehre gereicht, der katholischen Kirche einverleibt worden sei. Von Eurer christlichen Gesinnung ließ sich freilich nichts anderes erwarten, als dass Euch daran gelegen sei, dem von Gott geschenkten Kinde durch den wahren katholischen [S. 680] Glauben eine Stütze zu bieten, damit Euch sowohl unser Erlöser als seine treue Dienerin erkenne, als auch der neue König des Langobardenvolkes in seiner Furcht erwachse. Darum bitten wir den allmächtigen Gott, Euch auf dem Wege seiner Gebote zu erhalten und eben diesem unserm erlauchtesten Sohne Adulouwald Wachstum in seiner Liebe zu verleihen. Wie er hier auf Erden einen Vorrang unter den Menschen genießt, so möge er auch durch gute Werke vor den Augen unsers Gottes ruhmreich werden.

Wenn Eure Excellenz aber schreibt, ich hätte unserm geliebtesten Sohn, dem Abte Sekundus, auf sein Schreiben eingehender antworten sollen: — wer würde wohl ein Gesuch von ihm oder einen Wunsch von Euch, wenn er sich so sichtlich auf das Heil vieler bezieht, unbeachtet lassen ohne dass Krankheit ihn verhindert? Aber das Gichtleiden hatte mich in solchem Grade befallen, dass ich nicht nur nicht diktieren, sondern mich kaum zum Reden erschwingen konnte. Dies erfuhren auch Eure Gesandten, die Überbringer dieses Schreibens, die uns bei ihrer Ankunft krank trafen und bei ihrer Abreise in höchster Lebensgefahr, fast mit dem Tode ringend, verließen. Wenn ich aber durch Fügung des allmächtigen Gottes wieder gesund werden sollte, so werde ich auf alles, was er mir geschrieben hat, eingehend erwidern. Ich übersende aber durch die Überbringer dieses Briefes die Synode, welche zu den Zeiten des Justinian, frommen Andenkens, gehalten wurde, damit mein erwähnter geliebtester Sohn sie lese und daraus ersehe, wir falsch alles sei, was ihm gegen den apostolischen Stuhl und die katholische Kirche beigebracht worden war. Weit entfernt, die Meinung irgend eines Irrlehrers anzunehmen oder von dem Schreiben unsers Vorgängers Leo,1heiligen Andenkens, in irgend einer Sache abzuweichen, nehmen wir alle Entscheidungen der hl. vier Synoden an und verdammen, was sie verdammen. [S. 681]

Unserm erlauchtesten Sohne, dem König Adulouwald, lassen wir Reliquienbehälter senden, nämlich ein Kreuz mit einem Holz vorn hl. Kreuze des Herrn und ein Evangelienbuch in persischer Umhüllung. Auch seiner Schwester, meiner Tochter, übersende ich drei Ringe, zwei mit Hyacinten, einen mit einem Onyx. Ich bitte, ihnen diese Geschenke zu überreichen, damit ihnen unsre Liebe durch Ew. Excellenz empfohlen sei.

Indem wir Euch noch mit väterlicher Liebe den schuldigen Gruß erstatten, bitten wir, unserm erlauchtesten Sohne, Eurem königlichen Gemahl, in unserm Namen wegen des abgeschlossenen Friedens zu danken und auch für die Zukunft sein Herz zum Frieden geneigt zu machen, wie Ihr ja ohnehin zu tun pfleget.2 Ihr erwerbet Euch dadurch unter den vielen guten Werken, die ihr übet, vor dem Angesichte Gottes auch den Dank eines schuldlosen Volkes, welches im Falle des Krieges zu Grunde gegangen wäre.

1: Es ist sein berühmter Brief an Flavian gemeint
2: Der Langobardenherzog Ariulf von Benevent hatte zwar 601 den 598 abgeschlossenen Waffenstillstand gebrochen; Agilulf aber hatte, wie wir aus obiger Stelle ersehen, 603 aufs neue Frieden geschlossen.

 

 

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Quellenangabe
Inhaltsverzeichnis
Einleitung zu den Briefen des Gregor

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger