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Gregor der Grosse († 604) - Ausgewählte Briefe

Zwölftes Buch. Briefe aus den Jahren 601-602.

I. (1.) An den Bischof Dominikus von Karthago.

Inhalt

I.
Gesammtausgabe 1.

An den Bischof Dominikus von Karthago.

Inhalt: Glückwunsch zur Genesung von schwerer Krankheit. Daran geknüpfte Mahnung zur Vorbereitung auf Gottes Gericht

Wie reich die Liebe Eures Herzens sei, das zeigen Eure Worte, welche in Euren Briefen so lieblich gewürzt sind, dass alles, was Ihr schreibet, süß und angenehm wird. Darum umfassen wir Ew. Brüderlichkeit mit den Armen der Liebe, da uns dies dem Leibe nach nicht vergönnt ist. Was weite Entfernung gleichgesinnten Seelen verwehrt, das wird durch die Liebe ermöglicht. Und da uns die Gesundheit geliebter Brüder Freude, ihre Krankheit aber Trauer bereitet, so danken wir dem allmächtigen Gott, der durch gute Nachricht unsre Trübsal gehoben hat. Denn vor dem Empfang Eures Briefes waren wir durch die Nachricht von [S. 650] Eurer schweren Erkrankung in große Betrübnis versetzt worden. Wenn wir jedoch, geliebtester Bruder, aus Todesgefahr errettet werden, so ist es ungewiss, was uns noch bevorsteht. Darum wollen wir die uns noch gestattete Zeit zum Heile unsrer Seele verwenden und im Gedanken an die Verantwortung vor dem kommenden Richter durch Tränen und gute Werke unsre Sache bei ihm in Sicherheit stellen, damit wir hinsichtlich unsrer Handlungen ruhig zu sein vermögen. Auch in zeitlichen Angelegenheiten gestattet ja oft der Richter einen Aufschub, damit später wohlbereitet vor Gericht erscheine, wer früher nicht bereitet gewesen wäre. Allein welchen Namen würde es verdienen, wenn man zum Heil der Seele nicht tun wollte, was man in irdischen Angelegenheiten zu tun pflegt? Da nun nach dem Wort des hl. Apostels Johannes niemand ohne Sünde ist, so sollen wir uns unsre verborgenen Gedanken, die Ausschreitungen der Zunge und die sündhaften Werke ins Gedächtnis zurückrufen. So lange es noch möglich ist, sollen wir mit großer Anstrengung die Flecken unsrer Sünden hinweg zu tilgen suchen, damit unser gerechter und gütiger Erlöser nicht nach Verdienst bestrafe, sondern nach seiner Barmherzigkeit verzeihe. Weil es aber bei unserm Amte nicht genügt, nur die eigenen Sünden zu beweinen, ohne auf die fremden Sünden Rücksicht zu nehmen, so wollen wir uns mit größerem Eifer die Sorge für die anvertraute Herde angelegen sein lassen. Mit Ratschlägen, Mahnungen, Drohungen und Predigten wollen wir, soweit es nur die Kräfte gestatten, ohne Zögern unser Amt tatkräftig ausüben, um den ersehnten Lohn von der Freigebigkeit unsers Schöpfers erwarten zu dürfen. Da wir aber ohne die göttliche Hilfe nichts Gutes zu tun vermögen, so wollen wir, geliebtester Bruder, mit vereinigtem Gebet den allmächtigen Gott anflehen, dass Er uns samt der anvertrauten Herde durch seine Gnade auf den Weg seiner Gebote führe und er selbst uns zu erkennen und zu tun verleihe, was ihm wohlgefällig ist, der als Geschenk seiner Barmherzigkeit uns den Hirtennamen verliehen hat. [S. 651]

Das Andenken vom hl. Martyrer Agilegus1 haben wir mit derselben Liebe in Empfang genommen, mit welcher Ihr es uns geschickt habt.

Monat September 601.

1: Dieser Heilige, der zu Karthago gemartert wurde, findet sich im römischen Martyrologium am 15. Oktober

 

 

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Quellenangabe
Inhaltsverzeichnis
Einleitung zu den Briefen des Gregor

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
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