Gregor der Grosse († 604) - Ausgewählte Briefe Neuntes Buch. Briefe aus den Jahren 598–599 XX. (80.) An den Notar Castorius.
Inhalt XX. Gesammtausgabe 80.An den Notar Castorius. Inhalt: Er solle dem Maximus von Salona den päpstlichen Friedensbrief überreichen, woferne er sich eidlich von den zur [S. 483] Last gelegten Verbrechen frei erklärt und mit dem Bischof Sabianus und dem Archidiakon Honorat sich versöhnt. Je mehr Du siehst, wir viel Vertrauen ich in Dich setze, und wir wichtige Dinge ich Dir übertrage, um so tatkräftiger und eifriger musst Du Dich erweisen. Wenn darum Maximus von Salona eidlich erhärtet, er sei der simonistischen Ketzerei nicht schuldig, auch hinsichtlich der andern Klagepunkte, vor dem Leibe des hl. Apollinaris1 befragt, sich für schuldlos erklärt und wegen seines Ungehorsams sich der von uns bestimmten Buße unterzieht, so möge ihm Deine Wohlerfahrenheit zu fernem Troste den Brief überreichen, den wir ihm geschrieben haben, und worin wir ihm mitteilen, dass wir ihm unsre Gnade und Kirchengemeinschaft wieder geschenkt haben. Denn wenn man gegen die in der Hartnäckigkeit Verharrenden strenge sein muss, so dürfen wir doch den Verdemütgten und Reumütigen dieVergebung nicht verweigern. Indessen muss man mit diesem Maximus ernstlich wegen unsers Bruders, des Bischofs Sabinian von Zara2 und des Archidiakons Honorat und der Übrigen, die sich an den apostolischen Stuhl gewendet haben, verhandeln, damit er sie mit gebührender Liebe aufnehme und keinerlei Bitterkeit gegen sie im Herzen behalte, sondern in auf richtiger Zuneigung und ungeheuchelter Liehe mit ihnen lebe. [S. 484] 1: Maximus hatte sich nämlich, um seine Aussöhnung mit dem Papste zu bewirken, nach Ravenna begeben, wo sich das Grab des hl. Apollinaris befand 2: Das alte Jaderain Dalmatien. Dieser Bischof Sabinian ist der frühere uns wohlbekannte päpstliche Apocrisiar von Konstantinopel. An ihn ist Brief VIII. 24 gerichtet. Sein Nachfolger zu Konstantinopel hieß Anatolius. Sabinian bestieg nach Gregors Tod den päpstlichen Stuhl.
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