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Gregor der Grosse († 604) - Ausgewählte Briefe

Viertes Buch. Briefe aus den Jahren 593—594.

I. (2.) An den Bischof Constantius von Mailand.

Inhalt

I.
Gesammtausgabe 2.

An den Bischof Constantius von Mailand.

Inhalt: Deri Bischöfe und von ihnen mißleitet auch die Longobardenkönigin Theodolinda hatten sich von Constantin getrennt, weil er der Verurtheilung der deri Kapitel zugestimmt hatte. Trost hiefür. Constantius soll die Friedensverhandlungen zwischen dem Papst und den Longobarden unterstützen.

Unser gelebtester Sohn, der Diakon Bonifacius hat Uns ausser Deinem Schreiben noch Etwas im Geheimen von deiner Brüberlichkeit mitgetheilt, daß sich nämlich drei Bischöfe von der rechtgläubigen Kirchengemeinschafst mit Dir losgesagt haben. Den Anlaß hiezu haben sie mehr gesucht als gefunden, indem sie sagen, Ihr hättet in die Verurtheilunng der drei Kapitel eingewilligt uud eine eidliche Erkläruug darüber abgegeben. Was nun hinsichtlich der drei Kapitel schriftlich oder mündlich vorgegangen ist, daran wird sich [S. 188] Deine Brüderlichkeit wohl erinnern. Aber auch Dein Vorfahrer Laurentius hat dem apostolischen Stuhle die bindendste Erklärung darüber ausgestellt und sehr vornehme Männer haben sich in genügender Anzahl hiebei unterschrieben. Auch ich selbst, als ich noch Prätor von Rom war, habe eine solche Erklärung unterschrieben. Denn nachdem ohne jeden Grund eine solche Spaltung entstanden war, lag dem apostolischen Stuhl die Sorge ob, die Einheit der ganzen Kirche in der Gesinnung ihrer Priester zu bewahren. Wenn es aber auch beißt, Unsre Tochter, die Königin Theodolinde1habe bei dieser Nachricht die Kirchengemeinschaft mit Dir aufgeboben, so ist es doch ganz gewiß, daß sie nach Ankunft des Notars Hippolytus und des Abtes Johannes, wenn sie sich auch durch Einflüsterungen übelgesinnter Menschen auf kurze Zeit in die Irre hatte führen lassen, wieder auf jegliche Weise die Vereinigung mit Deiner Brüderlichkeit herzustellen suchen wird. Ich habe auch meinerseits Briefe an sie gerichtet, welche Ew. Brüderlichkeit ungesäumt übersenden wolle. Auch an die Bischöfe, die sich losgetrennt haben, habe ich einen andern Brief gerichtet; wenn Du ihnen denselben mittheilst, so zweifle ich nicht, daß sie für ihre stolze Verblendung Deiner Brüderlichkeit Genugthuungg leisten werden.

Genau, aber kurz habt Ihr mir angezeigt, was zwischen dem König Ago2und den fränkischen Königen vorgekommen ist. Ich bitte Ew. Brüderlichkeit, mir ebenfalls su melden, was Euch sonst noch bekannt ist. Wenn Ihr aber sehet, daß der Longobardenkönig Ago mit dem Patricier3 Nichts [S. 189] ausmacht, so versprechet ihm Unsre Vermittlung; denn ich bin bereit, mich um seine Sache anzunehmen, wenn er jene Verhältnisse im römischen Reich auf eine nutzbringende Art regeln will.

1: Die Tochter des Bayernherzogs Garibald I., die sich zuerst dem Longobardenköning Antharis, nach dessen Tod aber mit Agilulf, dem longobardischen Herzog von Turin vermählte. Wohl um ihretwillen wurde dann letzterer zum König der Longobarden gewählt. Ihren Bemühungen gelang es, die arianischen Longobarden zurn katholischen Glauben zu bekehren.
2: D. H. Agilulf. Siehe die vorige Anmerkung.
3: Es ist der kaiserliche Exarch Romanus zu Ravenna gemeint.

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
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