Gregor der Grosse († 604) - Ausgewählte Briefe Erstes Buch. Briefe aus den Jahren 590—591. XVI. (31.) An den Exconsul, Patricier und Quästor Johannes.
Inhalt XVI. Gesammtausgabe 31. An den Exconsul, Patricier und Quästor Johannes. Inhalt: Klage über die Erhebung zur päpstlichen Würde, wozu der Adressat beigetragen. Mahnung, die Welt zu fliehen. Reliquiensendung. Nachdem ich die Güte Ew. Excellenz erfahren, bin ich von solcher Liebe zu Euch durchdrungen, daß der Gedanke an Euch nicht aus meinem Herzen schwindet. Aber trotz dieser Liebe bin ich über Euch nicht wenig betrübt, weil Ihr wußtet, daß ich nach Ruhe verlange, und mich doch in Unruhe gestürzt1habt. Der allmächtige Gott verleihe Euch dafür die ewigen Güter, weil Ihr es mit guter Meinung gethan habt; mich aber möge er von einer so gefährlichen Stellung befreien, wie es Ihm wohlgefällig sein wird. Denn zur Strafe für meine Sünden bin ich nicht sowohl Bischof der Römer als vielmehr der Longobarden geworden, deren Freundschaftserweisungen Schwertschläge, deren Gunst Bestrafung ist. Sehet, wohin mich Eure Verwendung geführt hat! Täglich seufze ich von Geschäften erdrückt und komme kaum zu Athem. Ihr aber fliehet die Weltgeschäfte, da es [S. 54] Euch noch möglich ist! Denn je mehr Jemand in der Welt vorwärts kommt, um so mehr nimmt er ab, wie ich erfahre, in der Liebe Gottes. Hiebei schicke ich Euch einen hochheiligen, am Leibe des Apostelfürsten Petrus berührten Schlüssel, der, Kranken aufgelegt, häufig durch Wunder zu glänzen pflegt; es befindet sich in denselben eingeschlossen auch Etwas von den Ketten desselben Apostelfürsten. Dieselben Ketten, welche einst jenen heiligen Nacken fesselten, mögen, um Euren Hals gehängt, denselben heiligen! 1: Adressat muß also bei Gregors Erhebung direkt ober indirekt betheilgt gewesen sein.
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