Papstbriefe - Echte und unechte Papstbriefe 2 (310—401) Siricius (384 — 398) 10. Antwortschreiben der römischen Synode unter Siricius an d. gallischen Bischöfe
Can. I. Es frägt sich um die (bereits) verschleierten Jungfrauen, und was auf die Änderung ihres Entschlusses (als Strafe) bestimmt sei. Wenn eine für Christus schon verschleierte Jungfrau, welche öffentlich vor Zeugen Enthaltsamkeit gelobt und von dem Priester unter Gebet und Segen den Schleier empfangen hat, entweder heimlich Unzucht begangen oder, um ihr Verbrechen zu bedecken, ihrem Mitschuldigen den Namen „Gemahl" gegeben hat, indem sie die Glieder Christi zu Gliedern einer Buhldirne macht, so daß sie, die eine Braut Christi war, die Gattin eines Menschen hieß; so sind bei einer solchen Frauensperson so viele Vergehen als Umstände: die Veränderung des Vorsatzes der Enthaltsamkeit, der Verlust des Schleiers, die Verletzung und Zunichtemachung der ersten Treue. Welcher und welch' großer Genugthuung bedarf es da? Wie groß muß ihre Buße sein, die dem Verderben des Fleisches anheimfiel? Es ist keine geringe Schuld, Gott verlassen und einem Menschen gefolgt zu sein. Daher muß sie lange Jahre trauern, damit sie endlich nach würdiger Buße Verzeihung erlangen könne, wenn sie als Büßerin ihre Bußwerke verrichtet.
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