Papstbriefe - Echte und unechte Papstbriefe 2 (310—401) Liberius (253 — 366) 7. Antwortschreiben des Athanasms an Liberius
Antwortschreiben unsers hl. Vaters Athanasius, Erzbischofs von Alexandrien, an Liberius, Bischof von Rom1 Daß Logos, der Gott, einen vollkommenen Menschen angenommen zu unserlem Heile. Inhalt. Es ist ein Gott, unsterblich, unsichtbar, ungreifbar; [S. 245] denn Gott ist ein Geist. Sein Logos ist die unsterbliche Weisheit, unsichtbar, der erstgeborene Sohn, an seinen Werken theilnehmend, ohne Anfang und ohne Ende, durch ihn ist Alles gemacht. Er schuf den Menschen, lehrte den Bau der Arche, gab dem Abraham die Verheissung, dem Moyses das Gesetz, er ist der Gott Abrahams Gott Isaaks, Gott Jacobs, der in den Propheten redete, das alte und neue Testament einsetzte;2in den letzten Tagen ein sterbliches Fleisch annahm aus einer Jungfrau, ohne selbst sterblich zu sein; dieses hieng (am Kreuze), nicht aber er,3 dieses wurde begraben, nicht er; dieses ertrug alle menschliche Leiden als Mensch, nicht aber er. Er aber ist die Kraft Gottes, das ist Gott, der, nachdem er die Herrschaft des Teufels vernichtet, auffuhr, von wo er herabgekommen. In ihm erkennen wir den Vater; denn er ist Ein und Dasselbe nach seiner Gottheit, Kraft, Wesenheit, dem Namen Gottes, und in dem Vater erkennen wir ihn als den Sohn. Er ward, nachdem er Fleisch angenommen, Jesus genannt, sofern er auch Mensch war. Wir glauben, daß er vom Vater und hl. Geiste nicht getrennt ist, aber sagen nicht, daß der Vater herabgestiegen und in einem Menschen gewesen sei. Wir glauben also an einen Gott, den allmächtigen Vater, und an seinen Sohn, unsern Herrn Jesus Christus, und an den hl. Geist; und an die Auferstehung des Fleisches, das ist unseres Leibes, nach der hl. Schrift, wo dieser aus einem verweslichen und sterblichen durch Gott in einen unverweslichen und unsterblichen verwandelt wird. Amen. [S. 246] 1: Coust. App. p. 99, Mansi III. p. 211 u. 226. 2: Dieß nach der Lehre der alten Väter, daß sich der Sohn Gottes vom Anfange der Welt an den Menschen geoffenbart habe. 3: Der Compilator versteht hier unter „er" in ungenauer Ausdrucksweise nicht die Person, sondern die göttliche Natur Jesu Christi.
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