Papstbriefe - Echte und unechte Papstbriefe 2 (310—401) Liberius (253 — 366) 2. Brief d. P. Liberius an d. Priester und Bischöfe des Orients
Brief des Papstes Liberius an die Orientalen.1 Den geliebtesten Brüdern, den Priestern und Bischöfen des Orients ewiges Heil. Den Athanasius, welchen er Anfangs schützte, weil ihn sein Vorgänger Julius aufgenommen hatte, vertheidige er jetzt nicht mehr, weil er die Gerechtigkeit ihres (der Orientalen) Urtheiles gegen Diesen erkannt habe; er stimme ihnen nunmehr vollkommen bei und habe auch ein dießbezügliches Schreiben durch den Bischof Fortunatian (von Aquileja) an den Kaiser Constantius abgeschickt; er habe ferner die ihm von Demopbilus (Bischof von Beröa) vorgelegte Glaubensformel, welche in Sirmium von allen Versammelten festgesetzt und angenommen wurde, auch freiwillig angenommen und bitte sie nun, da er ja in Allem ihnen zustimme, sie mögen seine Entlassung aus der Verbannung und seine Rückkehr nach Rom erwirken. 1: Hilar. fragm. VI. n. 4., Coust. p. 441, Mansi III. p. 207; nach diesem Briefe hätte Liberius den Bisch. Fortunatian an den Kaiser abgesandt; befand sich nun Dieser damals schon in Sirmium, so war Aquileja um das Doppelte weiter von Beröa (dem Exilsorte des Liberius), als Sirmium selbst, und der Weg nach Aquileja hätte über Sirmium geführt, nicht umgekehrt; ebensowenig wäre, falls der Kaiser damals noch in Rom gewesen wäre, Aquileja die Mittelstation zwischen Beröa und Rom gewesen; die Lösung dieses Einwurfes durch die Annahme, Fortunatian habe mit Liberius das Exil getheilt, ist aber nicht möglich.
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