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Papstbriefe - Echte und unechte Papstbriefe 2 (310—401)
Julius I. (337 — 352)

2. Brief des sel. Julius, Erzbischof von Rom an Prosdocinus

Brief des Julius, Erzbischofes von Rom, an Prosdocius. Einleitung.

Da ein kleines Brückstück dieses Schreibens auf dem ökumenischen Concil von Ephesus v. J. 431 (in der 1. Sitzung) unter anderen Aussprüchen der Kirchenväter als Beweis für die orthodoxe Lehre gegen Nestorius vorgelesen und als orthodox den Concilsacten eingeschaltet wurde, galt das ganze Schreiben als echt, bis Leontius dasselbe für einen Brief des Timotheus, eines Schülers des Apollinaris, erklärte; wäre die Authentie des Briefes von Synode vorerst geprüft und anerkannt worden, dann hätte wohl die Gegenrede des Leontius keinen Anspruch auf Beachtung; da aber das Concil das daraus citirte Stück im guten Glauben annahm, ohne vorhergegangene Prüfung, weil wahrscheinlich nur dieser eine (unechte) Brief des P.Julius circulirte, der überdieß keine offenbare Häresie [S. 154] enthielt, dürfen wir den Beweisgründen, welche Leontius für seine Meinung anführt, beipflichten, besonders seit wir durch Mich. Lequien, welcher ihn in einem englischen Manuscripte fand, (eben nicht nur einzig jenes kleine Bruchstück, sondern) den ganzen Brief kennen. Ist zwar in demselben die Häresie (des Apollinaris) nicht offen gelehrt, so hat er doch die schon bemerkte Eigenthümlichkeit, daß bei Erwähnung der menschlichen Natur immer nur vom Leibe, nicht aber von der Seele, dem Geiste die Rede ist, also die Irrlehre unter orthodox scheinenden Worten verbirgt; überdieß ist die Überschrift eine bei den Papstbriefen ganz ungewohnte, sie lautet auch an Acacius; Coustant möchte den Brief nicht Timotheus, sondern dem Meister Apollinaris selbst zuschreiben und vermuthet aus den weitläufigeren Erörterungen über den hl. Geist, daß er erst nach dem J. 360, nachdem Macedonius seine Irrlehre über denselben ausgestreut, verfaßt sei.

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger