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Athanasius (295-373) - Des hl. Athanasius Erklärung der Psalmen (Expositiones in Psalmos)

Ps 98.

XCVIII.

Ein Psalm Davids.

Inhalt.

Auch dieser zeigt die Herrschaft Christi und den Hochmuth der Hohepriester.

V. l. „Der Herr hat geherrscht, es sollen zürnen die Völker.“ Christus ist es, dessen Herrschaft [S. 705] die zürnenden Juden nicht annehmen. „Der sitzet auf den Cherubim, es werde erschüttert die Erde.“ Denn eben Dieser ist es, der in den letzten Zeiten über die Dinge auf der Erde herrschen wird, der auch auf den Cherubim einherfährt, von dem die Erde erschüttert wurde. Er will also sagen: Du bist über den Cherubim, der Du den schlimmen Zustand der Erde umgewandelt hast, da Du wie wir geworden bist. Er meint nämlich den Zustand des Götzendienstes.

V. 2. „Der Herr ist groß in Sion.“ Sion ist die Kirche, in der Christus verherrlicht und erhöht wird, wie es heißt: „Ich werde Dich erheben, mein Gott, mein König.“' 1

V. 3. „Sie sollen lobpreisen Deinen großen Namen.“ Sein großer Name ist Jesus, insoweit er übersetzt Heil des Volkes bedeutet. Groß ist ebenso der Name, der über jeden Namen ist, vor dem sich einst jedes Knie beugen, und den jede Zunge bekennen wird, daß Jesus Christus der Herr ist. 2 „Denn er ist schrecklich und heilig.“ Schrecklich gegenüber den zürnenden Völkern, die seine Herrschaft nicht annahmen, heilig denen, die an ihn glauben.

V. 4. „Und die Ehre des Königs liebt das Gericht.“ Denn die Ehre oder der Ruhm des Königs liebt die Gerechtigkeit, die unter dem Gerichte verstanden wird. Deßhalb ist den Ungehorsamen sein Befehl schrecklich, den Gehorsamen aber heilig. „Du bereitetest rechte Wege.“ In Gerechtigkeit wird er nämlich den Erdkreis richten.

V. 5. „Erhebet den Herrn, unsern Gott.“ Der erhaben ist als Gott und die ganze Schöpfung zu seinen Füßen hat, ist ohne Veränderung Mensch geworden. Diesen also, will er sagen, der ohne Veränderung Mensch geworden ist, erhebet und betet ihn an mit einer einzigen Anbetung, in seinem Fleische. [S. 706]

V.6. „Moses und Aaron unter seinen Priestern“ Dieser, will er sagen, der jetzt, insoweit er Menschennatur angenommen hat, über die irdischen Dinge herrschte, war es, den einst Moses, Aaron und Samuel anriefen Nachdem er also gesagt hat: Betet seinen Fußschemel an „ 3 und die Menschwerdung und Heilsordnung verkündet hat, bestärkt er uns wieder und bezeichnet die Gottheit durch die Nennung des Berges. 4 Denn er ist Gott geblieben, wenn er auch wegen unseres Heiles die Gestalt des Knechtes annahm.

V. 8. „ Herr, unser Gott. Du er hörtest sie.“ Wenn sie auch als Menschen irgend eine Sünde zu begehen schienen so hast Du sie nicht unbeachtet gelassen. Es wurde nämlich Aaron der Sünde überfuhrt wegen des Kalbes,5 Moses aber bei dem Wasser des Widerspruches.6

V. 9. „Und betet an auf seinem heiligenBerge.“ Er meint entweder das irdische oder das himmlische Jerusalem, oder wir müssen unter dem Berge wieder den Eingebornen verstehen, wie es heißt: „Ein Stern riß sich los vom Berge ohne Menschenhände.“ 7

1: Ps. 144, 1.
2: Phil. 2, 10. 11
3: In V. 5
4: In V.9.
5: Exod. 32.1-6.
6: Rum. 20,10.
7: Dan. 2,34

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger