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Athanasius (295-373) - Des hl. Athanasius Erklärung der Psalmen (Expositiones in Psalmos)

Ps 95.

XCV.

Ein Lied Davids, als das Haus gebaut wurde nach der Gefangenschaft.

Inhalt.

Nachdem er im vorhergehenden Psalme die Verwerfung der Juden geweissagt hat, wenn sie im Unglauben verharren würden, führt er in diesem die Berufung der Heiden an. Die nach der Befreiung von ihrer geistigen Gefangenschaft eintrat, als auf dem ganzen Erdkreise die Kirche gegründet worden ist.

V. l. „Singet dem Herrn ein neues Lied.“ Der Geist befiehlt den Aposteln, das neue Lied, das heißt den neuen Bund den Völkern auf dem ganzen Erdkreise zu verkünden. „Singet dem Herrn, alle Lande!“

V. 2. „Verkündet von Tag zu Tag sein [S. 699] Heil.“ Denn sie werden bis an das Ende der Welt nicht aufhören, die Geheimnisse des neuen Bundes uns mitzutheilen.

V. 4. „Denn groß ist der Herr und überaus lobenswerth.“ Lehret, will er sagen, die Völker. Denn wenn sie euch hören, werden sie die Gottheit und Größe Dessen, den ihr verkündet, erkennen und, wenn sie dieselbe erkannt haben, sie preisen. „Er ist furchtbar über alle Götter.“ Das veranlaßte vorzugsweise die Völker zur Furcht des Herrn, die die Verheerung ihrer alten sogenannten Götter gesehen haben. Denn sie erkannten, daß diese alle nicht Götter, sondern Dämonen waren. Der Herr allein ist Schöpfer der himmlischen Dinge.

V. 5. „Denn alle Götter der Heiden sind Dämonen.“ Denn die sie Götter nannten, wurden als böse Dämonen erkannt. „Unser Herr aber hat die Himmel gemacht.“

V. 6. „Heiligkeit und Herrlichkeit ist in seiner Heiligung.“ Seine Heiligung ist die Kirche, die heilig und herrlich ist. Denn erhaben ist der Schmuck der Kirche.

V. 7. „Bringet dem Herrn, ihr Stämme der Heiden“ . . . Stämme nennt er die Lenker der Kirchen, nämlich Priester und Vorsteher. Und es geziemt sich, durch die guten Werke Gott zu verherrlichen, ihn nämlich sowohl zu ehren mit gerechten Bemühungen selbst, als auch ihm geistige Opfer darzubringen, sie ihm darzubringen in seinen göttlichen Vorhöfen, nämlich in den Kirchen. 1

V. 9. „Es erbebe die ganze Erde vor seinem Angesichte.“ Es sollte nämlich auf dem ganzen Erdkreis die Predigt vernommen werden und gleichsam die Erde in ihrer früheren Stellung erbeben machen.

V. 10. „Er hat den Erdkreis zurechtgemacht [S. 700] der nicht erbeben wird.“ Denn er hat die Kirche auf den Fels gegründet, und die Pforten der Hölle werden sie nicht überwinden. „Er wird die Völker richten in Gerechtigkeit.“ Er kam nämlich und entschied unsere Rechtssache und vertrieb die bösen Tyrannen, nämlich die unreinen Dämonen.

V. 11. „Freuen soll sich der Himmel und frohlocken die Erde.“ Denn bei der Erneuerung des Erdkreises sprachen die himmlischen Mächte freudig: „Ehre sei Gott in der Höhe und Friede auf Erden.“ 2 „Es rege sich das Meer und was es erfüllt.“ Unter Meer versteht er hier die Menge der Völker, die sich geregt, das heißt in Bewegung gesetzt hat, die Predigt anzunehmen. „Es wird sich freuen die Flur und Alles, was darauf ist. Dann werden jauchzen alle Bäume des Waldes.“ Unter Flur und Bäumen gibt er die Heiligkeit der Seelen zu verstehen, die über das Heil der Welt jauchzten.

1: V. 8.
2: Luk. 2, 14.

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger