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Athanasius (295-373) - Des hl. Athanasius Erklärung der Psalmen (Expositiones in Psalmos)

Ps 94.

XCIV.

Ein Loblied Davids selbst, ohne Überschrift bei den Hebräern.

Inhalt.

Hier ermahnt der Chor der Heiligen die ungläubigen Israeliten, dem Heile in Christus zu nahen, und erklärt, daß er sie erhören werde, wenn sie vor ihm niederfallen wollen, da er Schöpfer ist und sein Werk lieb hat. Es wird aber nach der Aufmunterung der Heiligen auch die Person des heiligen Geistes selbst eingeführt, die gleichfalls den Ungläubigen zuredet, sie möchten nicht den Vätern im Unglauben nachfolgen.

V. l. „Kommet, laßt uns dem Herrn frohlocken!“ Sie ermahnen gleichsam die Ungläubigen, zum Feste zu kommen, und fordern sie auf, zu frohlocken, um sie dadurch zu überreden. „Laßt uns jubeln Gott, unserm Heiland.“ Schön sagt er: „Laßt uns jubeln“ nämlich kommen und die Siegesgesänge singen. Denn das Jubeln ist ein Gesang über die Niederlage der Feinde. Er gibt damit zu verstehen, daß Christus gegen die feindlichen Mächte für uns Krieg geführt und sie aus dem Wege geräumt hat. [S. 697]

V. 2. „Laßt uns vor sein Angesicht kommen im Bekenntniß.“ Er will gleichsam sagen: Bevor er zu Gerichte sitzt, laßt uns zuvor vor sein Angesicht, das ist aber der Sohn, im Bekenntniß kommen und dasselbe uns gnädig machen. Denn so wird es euch gelingen, zu einem guten Ausgang zu gelangen. Das Bekenntniß hat nämlich einen guten Ausgang, und darauf deuten die Worte in den Psalmen: „Laßt uns ihm jubeln!“

V. 3. „Und ein großer König über alle Götter.“ Offenbar über die Gläubigen, die gleichsam als Lohn des Glaubens diesen Namen erhalten haben, daß sie Götter heissen, gemäß dem Ausspruche: „Ich habe Dich dem Pharao zum Gotte gegeben.“ 1 Wenn wir ihm das Bekenntniß darbringen, will er sagen, werden wir nicht unerhört bleiben, denn er wird mit uns als seinem eigenen Volke Erbarmen haben.

V. 5. „Denn sein ist das Meer.“ Er deutet an, daß er als der Schöpfer der ganzen sichtbaren und unsichtbaren Schöpfung sein eigenes Geschöpf nicht vernachlässigen werde, das im Bekenntniß vor ihm niederfällt.

V. 6. „Kommt, laßt uns anbeten und vor ihm niederfallen.“ Sie sagen, daß sie zu denen gehören, die anbeten und weinen, um die, welche es hören, zum Bekenntniß geneigter zu machen.

V. 8. „Heute, wenn ihr seine Stimme vernehmen werdet.“ Hier werden sie vom Herrn selbst ermahnt, folgsam zu sein und nicht so, wie ihre Väter in der Wüste sich zeigten.

V. 9. „Wie am Tage der Versuchung in der Wüste, wo euere Väter mich versuchten.“ Sie führten nämlich Gott in Versuchung, indem sie bald diesen, bald jenen Weg, und nicht den geraden Weg des Herrn wandelten. [S. 698]

V.11. „Wie ich schwur in meinem Zorne, werden sie eingehen in meine Ruhe.“ Drei Arten von Ruhe gibt uns das Wort zu erkennen, erstens die leibliche am Sabbat, zweitens den Einzug in das Land der Verheißung, die ihnen Jesus (Josue) verschaffte, drittens die himmlische, die uns jetzt das Wort zu erkennen gibt. Keine andere erwähnte es hier, wenn in Wahrheit jene Ruhe vorhanden ist. Es wird also gezeigt, daß die wahre Ruhe nach dem Abtreten aus dieser Welt der Aufenthalt in den himmlischen Wohnungen sei.

1: Exod. 7,1.

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger