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Athanasius (295-373) - Des hl. Athanasius Erklärung der Psalmen (Expositiones in Psalmos)

Ps 91.

XCI.

V. 1.Ein Psalmlied, am Tage des Sabbats.

Inhalt.

Der Sabbatismus oder Sabbat ist wohl die künftige Erbschaft, weil auf die gegenwärtigen Mühen Ruhe folgen wird da wir nämlich unsere Vergeltung empfangen werden. Er lobt also diese Ruhe, die eintreten wird.

V. 2. „Es ist gut den Herrn zu lobpreisen.“ Er spricht Lob aus und verspricht. Tag und Nacht unaufhörlich es zu verkünden wegen dessen, was der Eingeborne gethan hat. Und was hat er gethan, ausser daß er die Auferstehung uns verschafft hat?

V. 3. „Morgens Deine Barmherzigkeit zu verkünden.“ Um bei der Morgenröthe Deine Barmherzigkeit anzukünden und Deine Zuverläßigkeit in der Nacht.

V. 4. „Auf zehnsaitigem Psalterium mit Gesang auf der Harfe.“ Zehnsaitigem Psalterium nennt er den Leib, da er fünf Sinne hat und fünf Tätigkeiten der Seele, und jede einzelne Tätigkeit durch den einzelnen Sinn geübt wird. 1

V. 5. „Denn Du erlustigtest mich, o Herr, in Deinem Geschöpfe.“ Denn da ich Deine Schöpfungswerke und unaussprechlichen Anordnungen sehe, so erfreue und ergötze ich mich und setze in der Lust meiner Seele meine Zunge zur Lobpreisung in Bewegung.

V. 6. „Wie herrlich sind Deine Werke geworden, o Herr!“ Ich werde, will er sagen, von Stau- [S. 688] nen erfaßt, da ich Deine Werke und die Tiefe Deiner Gedanken preise, die Du in der Heilsordnung ausgeführt hast. Aber die Unvernünftigen begreifen die Tiefe des Geheimnisses nicht.

V. 7. „Ein thörichter Mensch wird es nicht erkennen.“ In verschiedener Weise hat er das ausgesprochen. 2 daß, wer geistig krank und der Einsicht baar ist, davon Nichts erkennt und darüber auch Nichts hören wird.

V. 8. „Wenn die Sünder aufsprossen wie Gras.“ Die, will er sagen, welche das Geheimniß nicht verstehen, werden wie Gras sein, indem sie nämlich keine Tiefe haben, und werden schnell verfallen und verdorren.

V.11. „Es wird mein Horn erhöht werden, wie das des Einhorns,“ Wenn die Feinde, will er sagen, zu Grunde gehen und sich zerstreuen werden, dann, ja dann wird mein Horn, das heißt die bereitete Herrschaft zu Ansehen kommen. Wir aber, die wir Deine Kenntniß besitzen, werden, wenn wir die Vernichtung Deiner Feinde schauen, in Dir uns rühmen und stolz sein, da wir ja von der Verirrung und Vielgötterei befreit sind und Dich, den wirklichen Gott, anbeten. Denn das Einhorn hat er hier wieder angeführt, um durch das eine Horn den einen Gott anzudeuten. Wie nämlich jenes Thier ein einziges Horn von der Natur erlangt hat, so werden die Zöglinge der Frömmigkeit eine einzige Gottheit anbeten. „Und mein Alter in fettem Öle.“ Nach den Mühsalen, die ich erdulde, will er sagen, werde ich gleichsam Öl gebrauchen zum königlichen Priesterthum, und das wird mein Lohn für die langen Mühsale sein.

V. 12. „Und mein Auge schaute auf meine Feinde.“ Das wird mir neben den übrigen Gütern zu Theil werden, daß ich den Sturz der Verfolger meiner Seele schauen werde. [S. 689]

V.14. „Die gepflanzt sind im Hause des Herrn“ Diese, will er sagen, die diesen Zedern ähnlich sind, 3 haben Gott zum Pflanzer, als Garten aber den göttlichen Tempel. „Sie werden blühen in den Vorhöfen unseres Gottes.“ Nämlich in den himmlischen Wohnungen, von denen er sagt, daß sie Vorhöfe des Herrn seien.

V.15. „Noch im fetten Alter werden sie zunehmen und werden sich wohl befinden.“ „Sie werden sich wohl befinden“ bedeutet: Es wird ihnen wohl ergehen. Es wird ihnen nämlich gegeben werden, „was kein Auge gesehen und kein Ohr gehört hat.“ 4

V.16 „Denn gerade ist der Herr unser Gott.“ Wenn sie in den himmlischen Wohnungen sind und die bereitstehenden Güter genießen, dann, ja dann werden sie diesen Ausspruch vernehmen lassen, daß der Herr gerecht und gerade sein wird, der die Ungerechten und Gottlosen wie Gras verdorren ließ, die Gerechten und Gottesfürchtigen aber wie Zedern und Palmen in den himmlischen Gezelten pflanzte. „Und es ist keine Ungerechtigkeit an Gott.“ Weil er einer Verkehrtheit nicht fähig ist.

1: Vgl. zu Ps. 32,2; 143,9.
2: Es wird nämlich in V. 7 noch beigefügt,: „Und ein Thor wird es nicht verstehen.“
3: V.13.
4: I. Kor. 2,9

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger