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Athanasius (295-373) - Des hl. Athanasius Erklärung der Psalmen (Expositiones in Psalmos)

Ps 82.

LXXXII.

V. 1. Ein Psalmlied Asaphs.

Inhalt.

Er richtet hier ein Gebet an Gott und sieht ihn an, er möge die Völker wegen ihres Hochmuthes strafen, die im Kriege gegen Jerusalem den Assyriern beistanden. Das sind aber die, die im Palme nach einander aufgezählt werden. [S. 650]

V. 2. „Gott, wer wird Dir ähnlich sein? Schweige nicht und laß Dich nicht besänftigen, o Gott!“ Dir, will er sagen, wird Niemand ähnlich sein, so daß er die Beleidigungen vergißt und langmüthig ist wegen der erlittenen Ungerechtigkeiten. Ich aber flehe. Du mögest nicht schweigen wegen der ungerechten Angriffe, welche die Feinde auf uns machen.

V. 3. „Denn sieh, Deine Feinde haben einen Laut von sich gegeben.“ Vernehmbar, will er sagen, ist ihre Ungerechtigkeit gegen uns geworden.

V.9. „Sie wurden eine Hilfe den Söhnen Loths.“ Die Genannten, will er sagen, leisteten im Kriege gegen uns Hilfe und Bundesgenossenschaft den Söhnen Loths. Söhne Loths sind aber die Moabiter und Ammoniter. Daraus erkennen wir, daß die Dämonen sich gegenseitig zum Verderben der Seele ermuntern, uns in Gänzliches Verderben zu stürzen und das vielgenannte Israel der Vergessenheit anheimfallen zu lassend 1 Dann zählt er auch die Grenznachbarn auf, auf deren Ruf die Andern sich versammelten. 2

V. 10. „Thue ihnen, wie den Madianiten 3 und dem Sisara.“ 4 Wie einst die Madianiten und Sisara, ferners Jabin sich gegen Israel erhoben und den Untergang fanden, die Einen am Bache Cisson, die Andern in Endor, auf die nämliche Weise möge denen, die uns mit Assur angegriffen haben, die ähnliche Strafe zu Theil werden. Sisara war der Anführer des Heeres, Jabin der König von Kanaan. Sie wurden nach dem Buche der Richter in die Flucht geschlagen am Bache Cisson 5 durch die Macht des Barak und der Debora, eines israelitischen Weibes.

V. 11. „Sie kamen um in Endor.“ An einem un- [S. 651] geziemenden Orte. Denn Endor bedeutet das Ungeziemende. „Sie wurden wie Mist dem Lande.“ Denn sie blieben unbegraben und lösten sich auf und vermengten sich gleichsam wie Dünger mit der Erde.

V.12. „Mache ihre Fürsten wie Oreb.“ Laß den Idumäern, Ismaeliten, Moabiten, Agarenern und den angeführten Genossen das Gleiche leiden, wie dem Oreb und den Übrigen. Denn diese sind, da sie schlimm waren, auch auf schlimme Weise umgekommen. 6

V. 14. „Mein Gott, mache sie wie ein Rad.“ Das heißt: Sie sollen nicht in der nämlichen Stellung bleiben, sondern sich rückwärts wälzen. „Wie Spreu im Angesichte des Windes.“ Das heißt, sie werden leichtbeweglich werden, wie ja auch die Stacheln der Ähre es sind.

V. 15. „Wie Feuer, das den Wald verbrennen wird.“ Sie sollen, will er sagen, das Feuer genießen, das sie selbst entzündeten, und das Feuer selbst wird sie verzehren, sowie auch das sinnlich wahrnehmbare Feuer den Wald verzehrt. Ähnlich ist aber: „Sieh, ihr alle zündet das Feuer an; geht zum Lichte eueres Feuers und zur Flamme, die ihr entzündet habt.“ 7 „Wie eine Flamme, Berge zu entzünden.“ Die Worte enthalten ein Gleichniß. Wie ein hereinbrechendes Feuer, will er sagen, Berge entzündet, so werden sie von der Strafe entzündet werden, die du über sie verhängen wirst, die er auch wegen der Schärfe und Heftigkeit mit einem Sturme verglich.

V. 17. „Erfülle ihr Angesicht mit Schmach.“ Wenn sie nämlich ihre Wünsche nicht erfüllt sehen und mit Schande überhäuft sind, so werden sie Deine Macht erkennen. „Und sie werben Deinen Namen suchen, o Herr!“ Er will damit sagen, daß sie aus den Strafen Gewinn ziehen weiden. „Sie werden suchen“ statt: „Sie werden erkennen.“ [S. 652]

1: Diese Erklärung paßt zu V. 5.
2: V. 7-9.
3: Richt. 7.
4: Richt. 4, 15 ff.
5: Richt. 5. 21.
6: Richt. 7, 25; 8, 21.
7: Is. 50, 11.

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger