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Athanasius (295-373) - Des hl. Athanasius Erklärung der Psalmen (Expositiones in Psalmos)

Ps 79.

LXXIX.

V. 1. Zum Ende, für die, welche werden verwandelt werden, ein Zeugniß Äsaphs, ein Psalm für die Assyrier.

Inhalt.

Nach dem buchstäblichen Sinne fleht er um Barmherzigkeit für die, welche vom Assyrier unterjocht worden waren, im höheren Sinne aber für die, welche in die geistige Gefangenschaft geriethen nach der Kreuzigung Christi durch die geistigen Assyrier und ihren bekannten Fürsten, nämlich den Satan. Er bringt also ein Gebet vor und sieht, es möge unser Heiland erscheinen und das ganze israelitische Volk befreit werden.

V. 2. „Der Du Israels Hirt bist, merke auf.“ Dich, o Herr, der Du wie ein Hirt für das Volk Sorge trägst, flehe ich an, mein Gebet aufzunehmen.

V. 2. 3. „Der Du sitzest über den Cherubim, werde offenbar im Angesicht Ephraims Benjamins und Manasses.“ Bei der Fortschaffung des Zeltes betheiligten sich die drei Stämme Juda, Isachar und Zabulon. Es folgten im Süden drei andere: Ephraim. Benjamin und Manasse. Es befand sich aber auf goldenen Cherubim oberhalb der Bundeslade die Herrlichkeit Gottes. Denn er ging vor ihnen her, wenn sie auf dem Wege waren. Du also bist der, welcher auf den Cherubim sitzt und vor der Lade einhergeht, so daß Du vor Ephraim, Benjamin und Manasse bist. Denn „im Angesicht“ bedeutet so viel als „vor.“ Durch Deine Macht verleihe das Heil.

V. 9. „Einen Weinstock hast Du aus Ägypten [S. 644] verpflanzt.“ ,Er meint Israel. „Du hast die Völker hinausgeworfen und ihn gepflanzt.“ Denn indem Du vor ihnen hergingst, hast Du vor ihrem Angesicht die Völker hinausgeworfen.

V.11. „Sein Schatten bedeckte die Berge.“ Der Schatten des Weinstockes ist der Dienst des Gesetzes, weil das Gesetz einen Schatten der künftigen Güter hat. Unter den Bergen aber meint er die in 2Silo und auf Sion. Denn an diesen beiden Orten war das Zelt aufgerichtet. Er spricht also nichts Anderes aus, als daß die Anordnungen des Gesetzes, die ein Schatten der zukünftigen Güter waren, auf diesen zwei Bergen vollbracht wurden. „Und seine Zweige die Cedern Gottes.“ Cedern sind die himmlischen Mächte. Zweige des Weinstockes die Propheten aus dem Volke, die sich in die Höhe erhoben und ausruhten bei den himmlischen und vernünftigen Mächten.

V. 12. „Er breitete seine Reben aus bis an das Meer.“ Reben und Sprossen des Weinstockes nennt er die ganze Menge des Volkes, das vom Fluß Euphrat bis zum indischen Meere wohnte.

V. 13. „Warum zerstörst Du seine Mauer?' Seine Mauer war die Wache der Engel, die Gott von ihnen entfernte. „Und pflücken ihn Alle, wie am Wege vorübergehen?“ Er ist nämlich zur Weide den unreinen Dämonen verliehen, die ihre Seelen verzehren und sie der geistigen Fruchtbarkeit berauben.

V. 15. „Gott der Heerschaaren, wende Dich.“ Ich flehe also Dich, den mächtigen Herrscher, an, Du mögest vom Himmel herab die Mißhandlung des Weinstockes ansehen und dem Übel Heilung gewähren. Denn diese Deine Fürsorge hat den früheren guten Zustand verliehen.

V. 16. „Und vollende ihn, den Deine Rechte gepflanzt hat.“ Da Du, will er sagen, ihn hast und er dann mit Feuer verbrannt und umgegraben worden und zu Grunde gegangen ist, da Du mit ihm unzufrieden warst, so vollende ihn und bereite ihn zur Ret- [S. 645] tung. Bereite ihn aber durch den Sohn des Menschen. Denn die Worte: „auf den Sohn des Menschen“ bedeuten: „durch den Sohn des Menschen.“ Wer ist aber der Sohn des Menschen anders als unser Herr selbst, wie er von sich selbst in den Evangelien spricht?

V.18. „Deine Hand sei über dem Manne Deiner Rechten.“ Das, will er sagen, ist die That der Rettung des Volkes, die durch die Hand angeleint wird. „sie sei über dem Manne Deiner Rechten.“ das heißt, durch den Mann, der Deine Rechte ist. Und wer ist dieser anders als der Sohn des Menschen, der die Rechte des Vaters ist, obschon er Mensch geworden ist? Wenn aber das geschehen ist, will er sagen, und Deine Rechte uns gerettet hat, der Du Mann und Menschensohn heissest, so werden wir niemals von Dir ablassen, da wir an Deinem Leben Theil nehmen und von Dir den Namen tragen, nämlich den Namen Christen.1

V. 20. „Herr, Gott der Mächte, bekehre uns.“ Beständig spricht er sein Gebet aus und sehnt sich, es möge die Ankunft des Eingebornen stattfinden, durch den sie werden gerettet werden.

1: Der ganze Satz bezieht sich auf V. 19.

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger