Titel newsletter aktuell suche Titel werke start
Athanasius (295-373) - Des hl. Athanasius Erklärung der Psalmen (Expositiones in Psalmos)

Ps 63.

LXIII.

V. 1. Zum Ende, ein Psalm Davids.

Inhalt.

Diesen Psalm singt er im Namen der heiligen Apostel, die [S. 570] um Befreiung von den Feinden der Predigt des Evangeliums bitten und genau erzählen, was ihnen von den Fürsten des Judenvolkes bereitet worden ist, und was diese selbst, nämlich die genannten Fürsten, für ihre Gottlosigkeit gegen Christus erlitten haben.

V. 2. „Erhöre, o Gott, meine Stimme, wenn ich flehe.“ Nimm an, will er sagen, o Herr, mein Flehen und stärke meine Seele, damit ich die Angriffe nicht fürchte. „Von der Furcht des Feindes errette meine Seele.“ Ähnlich ist: „Und nun, o Herr, sieh auf ihre Drohungen und verleihe Deinen Dienern, daß sie mit Freimuth Dein Wort verkünden.“ 1

V. 4. „Denn sie haben wie ein Schwert ihre Zunge geschärft.“ Das sagt er, weil sie Jesum lästerten und zu den Aposteln sprachen: „Wir haben euch scharf aufgetragen, zu Niemand mehr zu reden in diesem Namen.“ 2 „Sie spannten ihren Bogen, ein bitteres Ding.“ Mit dem Schuß eines Bogens vergleicht er die todbringenden Worte ihrer Zunge. Denn wie sind sie nicht todbringend, da sie zu überreden suchen. Jesum nicht für Gott zu halten?

V.6.“Plötzlich werden sie auf ihn schießen und sich nicht fürchten.“ Indem sie auf ihn lauern, will er sagen, werden sie plötzlich auf ihn losgehen, ohne Gott zu fürchten, der sie liebt. „Sie beschlossen unter sich ein gottloses Wort.“ indem sie nämlich behaupteten: Der Herr ist von den Todten nicht auferstanden. „Sie unterredeten sich, Fallstricke zu legen.“ Nach allen Richtungen hin, will er sagen, befaßten sie sich mit dem Gedanken, die Verkünder der Lehren des Evangeliums heimlich zu tödten, „Sie sprachen: Wer wird sie sehen?“ Das thaten sie, will [S. 571] er sagen, in der Meinung, daß Gott sie wegen einer solchen Gottlosigkeit nicht zur Rechenschaft ziehen werde.

V. 7. „Es wird der Mensch hinzutreten und ein tiefes Herz.“ Die Ungerechten, will er sagen, hörten nicht auf, auf böse Rathschläge gegen den Herrn zu sinnen. Denn das wollen die Worte sagen: „Sie sannen auf Ungerechtigkeit.“ Der Mensch Gottes, der auf verständige Rathschläge sinnt. — denn das bedeutet das tiefe Herz Gottes. — wird, da er das Geheimniß genau kennt, sich der entsprechenden Lobgesänge bedienen und Gott erhöhen, wie anderswo geschrieben steht: „Ich werde Dich erhöhen, Herr mein Gott, mein König!“ 3

V. 8. „Wie ein Pfeil der Kinder haben sie verwundet.“ Nachdem er ihren Angriff gegen die heiligen Prediger erzählt hat, stellt er auch ihren Fall dar.

V. 10. „Und es fürchtete sich jeder Mensch.“ Denn wer sollte sich nicht fürchten, wenn er sieht, daß Gott eine Untersuchung gegen die Gottlosen anstelle?

V. 11. „Freuen wird sich der Gerechte im Herrn und wird auf ihn hoffen.“ Die, welche sich um die göttlichen Gesetze kümmern, werden vorzugsweise mit Freude erfüllt werden und sich in der Hoffnung auf Gott befestigen. „Und es wird Allen Lob gespendet werden, die rechten Herzenssind.“ Es werden Ruhm von den Menschen ernten, die ihren Weg nach Gott einrichten und sich nicht bewegen lassen, vom geraden Wege abzuweichen. [S. 572]

1: Apostelg. 4.29.
2: Apostelg. 5,28.
3: Ps. 144, 1.

 

 

Informationen
Quellenangabe
Inhaltsverzeichnis
Einleitende Notizen zur Psalmenerklärung
Bilder Vorlage

Navigation
. . Mehr
. . Ps 55.
. . Ps 56.
. . Ps 57.
. . Ps 58.
. . Ps 59.
. . Ps 60.
. . Ps 61.
. . Ps 62.
. . Ps 63.
. . Ps 64.
. . Ps 65.
. . Ps 66.
. . Ps 67.
. . Ps 68.
. . Ps 69.
. . Ps 70.
. . Ps 71.
. . Mehr

Titel Top Back Next
 
Kontakt: Griechische Patristik und orientalische Sprachen - Miséricorde - Av. Europe 20 - CH-1700 Fribourg
Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger