Titel newsletter aktuell suche Titel werke start
Athanasius (295-373) - Des hl. Athanasius Erklärung der Psalmen (Expositiones in Psalmos)

Ps 60.

LX.

V. 1. Zum Ende, unter den Gesängen Davids.

Inhalt.

Er sagt Gott Dank für seine eigene Person und für das durch den Glauben gerettete Volk. Er verspricht auch, wenn er einmal in den ewigen Wohnungen sei, unaufhörlich ihm Lob zu spenden.

V. 2. „Erhöre, o Gott, mein Flehen.“ Da ich beim Anblick der Macht und Tyrannei der Dämonen voll Mutlosigkeit bin, flehe ich deßhalb, Du mögest erscheinen und uns aus der Hand unserer Bedränger befreien [S. 562] Die Worte aber „von den Grenzen der Erde“ bedeuten, daß er für den ganzen Erdkreis sein Gebet darbringe.

V. 3. „Von den Grenzen der Erde habe ich zu Dir gerufen.“ Da nämlich Babylon viele Tagreisen von Palästina entfernt ist, so glaubten die, welche zu Sklaven gemacht worden waren, und denen jenes Land zur Wohnung angewiesen worden war, die äussersten Grenzen des Erdkreises zu bewohnen. „Auf einem Felsen hast Du mich erhöht.“ Er spricht aus, daß er sogleich erhört wurde, wie es heißt: „Da Du noch redest, werde ich sagen: Sieh, hier bin ich.“1 Deutlich aber verkündet er, durch wen die Rettung komme. Er sagt nämlich, er sei auf einem Felsen erhöht worden. Denn wir sind durch Christus, der bei dem seligen Paulus Fels heißt. 2 mächtiger und größer geworden als die uns mißhandelnden Dämonen.

V. 4. „Du leitetest mich, weil Du meine Hoffnung geworden bist.“ Wenn nämlich er der Weg und er die Thüre ist, so wird er uns offenbar den guten Weg wandeln lehren, indem er uns zur Hoffnung auf ihn bewegt. „Ein fester Thurm vor dem Angesichte des Feindes.“ Es ist, wie wenn er sagte: Du bist uns eine schützende Mauer geworden, daß wir keine Mißhandlung von unseren Feinden erleiden.

V. 5. „Ich werde wohnen in Deinem Zelte in Ewigkeit.“ Das Gute, das er bereits empfangen hat, läßt ihn auch für die Zukunft Gutes hoffen, daß er nämlich, wenn er in die himmlischen Zelte gelangt ist, immer unter seinem Schutze stehen werde.

V.6.“Du hast denen die Erbschaft gegeben, die Deinen Namen fürchten.“ Und was ist das für eine andere Erbschaft als das Himmelreich? Er sagt ja: „Kommt, ihr Gesegneten meines Vaters, erbet das Reich, das euch vom Anfang der Welt bereitet ist u.s.w.“ 3 [S. 563] so daß sie das Reich Gottes erben und auf Erden Christen genannt werden.

V. 7. „Tage wirst Du zu den Tagen des Königs hinzulegen.“ Die Worte zeigen, daß auch das ein Theil der Erbschaft ist, das ewige Leben. Das nämlich ist gemeint, wenn es heißt, Tage und Tage zu den Jahren des Königs hinzulegen. Denn er bezeichnet durch die Tage gewisse Zeiten und Zeitabschnitte.

V. 8. „Er bleibt in Ewigkeit vor Gott. Wer wird seine Barmherzigkeit und Wahrheit erforschen?“ Die Worte sind umgekehrt gesetzt, so daß Dieß der Sinn ist: Wenn Jemand seine Barmherzigkeit und Wahrheit erforscht, so bleibt Dieser vor Gott für ewige Zeiten.

V. 9. „Also werde ich Deinem Namen lobsingen in Ewigkeit.“ „Also.“ Wie anders, als indem ich in Zukunft vor Dir bleibe? Denn dann werde ich jenes seligen Zustandes gewürdigt unaufhörlich zu Dir die Lobgesänge emporsenden. So und nicht anders wird der Mensch lobpreisen und nicht aufhören, dem Herrn in Ewigkeit seine Gelübde darzubringen. Denn die Gläubigen hören nicht auf, von Tag zu Tag die göttlichen Geheimnisse zu feiern.

1: Js. 58,9.
2: I. kor. 10,4.
3: Matth. 25,34.

 

 

Informationen
Quellenangabe
Inhaltsverzeichnis
Einleitende Notizen zur Psalmenerklärung
Bilder Vorlage

Navigation
. . Mehr
. . Ps 52.
. . Ps 53.
. . Ps 54.
. . Ps 55.
. . Ps 56.
. . Ps 57.
. . Ps 58.
. . Ps 59.
. . Ps 60.
. . Ps 61.
. . Ps 62.
. . Ps 63.
. . Ps 64.
. . Ps 65.
. . Ps 66.
. . Ps 67.
. . Ps 68.
. . Mehr

Titel Top Back Next
 
Kontakt: Griechische Patristik und orientalische Sprachen - Miséricorde - Av. Europe 20 - CH-1700 Fribourg
Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger