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Athanasius (295-373) - Des hl. Athanasius Erklärung der Psalmen (Expositiones in Psalmos)

Ps 6.

VI.

V.1. Zum Ende unter den Liedern ein Psalm Davids für die Oktav.

Inhalt.

Was wäre wohl die Oktav anders als der Auferstehungstag , an dem wir die Früchte unserer Mühen ernten wer- [S. 382] den indem nämlich unsere Feinde in Schande und Verwirrung zum Weichen gebracht sind? Er singt diesen Psalm, nachdem er schon lange Zeit in der Buße gelebt hat, die er für die Sünde darbrachte.

V.2. „Herr, strafe mich nicht in Deinem Grimme!“ Er bittet nicht um die Abwendung der Strafe, sondern um die Abwendung der Strafe im Grimme, und nicht um die Abwendung der Züchtigung, sondern um die Abwendung der Züchtigung im Zorne.

V. 3. „Erbarme Dich meiner , o Herr, weil ich schwach bin.“ Denn jede Seele fällt nicht eher in eine Sünde, als bis ihre Kraft nachläßt.

V. 4. „Und meine Seele ist sehr erschüttert.“ nämlich die Kräfte der Seele. „Und Du, o Herr, wie lange?“ Der Ausdruck zeigt die lange Dauer der Reue an.

V. 5. „Wende Dich, o Herr, und rette meine Seele!“ Er ist nämlich von ihm abgewendet wegen der Sünde. „Rette mich wegen Deiner Barmherzigkeit.“ Denn das ganze Geschäft unseres Heiles müssen wir der Barmherzigkeit Gottes anvertrauen.

V. 6. „Denn im Tode ist Keiner, der Deiner gedenkt.“ Da ich eine lange Zeit der Reue habe, will er sagen, so fürchte ich, es möchte Deiner Barmherzigkeit der Tod zuvorkommen, in dem es kein Bekenntniß gibt. Deßhalb bitte ich, Du mögest schnell Barmherzigkeit erweisen.

V. 7. „Ich mühte mich ab in meinem Seufzen.“ Hören wir, welche Reue der König an den Tag legte! Er strengte sich nicht einfach an, sondern mühte sich ab in seinem Seufzen. Er weinte nicht einfach, sondern benetzte sein Bett jede Nacht. Und er sieht nicht nur auf das Vergangene, sondern verheißt es auch für die Zukunft das ganze Leben hindurch. Und die Zeit, welche die Meisten zum Lobe verwenden, die verwendet er zum Bekenntniß. „Jede [S. 383] Macht werde ich mein Bett benetzen.“ Für eine Nacht, will er sagen, in der ich die Sünde beging, habe ich viele Nächte damit zugebracht, daß ich mit Thränen mein Lager benetzte.

V. 8. „Von Groll ist mein Auge getrübt.“ Unter Auge versteht er den Geist, da das Auge der Seele der Geist ist. „Veraltet bin ich unter allen meinen Feinden.“ Hier gibt er die Zeit seines Leidens an.

V. 9. „Denn der Herr erhörte den Laut meiner Thränen.“ Als ob er schon erhört wäre, entfaltet er eine stolze Rede gegen seine Feinde, 1 Es ist aber auch das kein unbedeutender Weg zur Tugend, die Gesellschaft der Bösen zu fliehen und abzuschütteln. Denn das ist die Frucht der Reue und der Gewinn der Thränen. Oder es ist elliptisch gesprochen für: Laß uns zu den Feinden sagen, die uns angreifen: Entfernet euch, weil ich erhört wurde und wieder Aufnahme fand, der ich wegen der Sünde verstoßen war.

1: Was von da an folgt, kann sich nur auf V. 10 und 11 beziehen.

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger