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Athanasius (295-373) - Des hl. Athanasius Erklärung der Psalmen (Expositiones in Psalmos)

Ps 43.

XLIII.

V. 1. Zum Ende, den Söhnen des Kore, zur Unterweisung.

V. 2. „Herr, mit unsern Ohren haben wir gehört“ …

V. 10. „Nun aber hast Du uns verworfen und zu Schanden gemacht und wirst nicht ausziehen mit unserer Heeresmacht.“ Einst, will er sagen, zogst Du mit uns zu Felde. Jetzt aber ziehst Du nicht nur mit uns nicht in den Krieg, sondern hast Dich sogar von uns gewendet, so daß wir denen, die uns hassen. Zum Raube werden. Das aber sagt der Chor der Propheten, der das Unglück des Volkes als sein eigenes ansieht.

V.11. „Und die uns haßten, machten sich Beute.“ Du hast uns, will er sagen, der Schande überliefert. [S. 500]

V. 13. „Und es gab keine große Zahl bei unsern Kriegsliedern.“ Ein Kriegslied ist ein Siegesgesang. Der Sinn ist aber dieser. So, will er sagen, hast Du uns verworfen, daß wir sogar von Wenigen überwunden wurden, und daß die, welche den Kriegsgesang gegen uns anstimmen, nur Etliche sind.

V. 14. „Du hast uns zur Schmach gemacht unseren Nachbarn.“ Alles, was sie gegen Christus thaten, ist ihnen vergolten worden. Sie schmähten, sie wurden geschmäht, sie spotteten, es wurde ihnen mit Spott erwidert. Sie schüttelten über ihn die Köpfe, auch Andere schüttelten die Köpfe über sie.1

V. 16. „Den ganzen Tag ist meine Schmach vor mir.“ Lang und ununterbrochen, will er sagen, ist unsere Schanden.

V. 18. „Alles das kam über uns, und wir vergaßen Dich nicht.“ Wir haben schon gesagt, daß die Propheten es sind, die im Namen des Volkes das Gebet um Schutz darbringen, indem sie die Leiden, die ihm wegen seiner Sünden zugestoßen sind, sich aneignen.

V. 19. „Und Du hast abgewendet unsere Pfade von Deinem Wege.“ Dieß sagen sie, weil sie bei ihrer gottlosen Handlungsweise gegen Christus auch von der Darbringung des im Gesetze vorgeschriebenen Opfers ausgeschlossen wurden.

V. 20. „Denn Du hast uns erniedrigt am Ort der Trübsal.“ Das sagt er, weil er nicht mehr denken kann, wie die Hochmüthigen. Und Du hast uns überführt, daß wir in der Welt gesündigt haben. „Und Todesschatten hat uns bedeckt.“ Er meint die Finsterniß, die in den Herzen der Ungläubigen wohnt.

V. 21. „Wenn wir vergessen haben den Namen unseres Gottes.“ Das sagen sie, weil sie nach [S. 501] dem letzten Falle keinen Götzendienst mehr trieben, oder wieder im Namen der Propheten.

V. 22. „Denn Deinetwegen werden wir getödtet den ganzen Tag.“ Ähnlich sind die Worte: „Sie wurden gesteinigt, zersägt, mit dem Schwerte hingerichtet.“ 2 Wie sie aber die Sünden des Volkes als ihre eigenen betrachten, so beziehen sie auch ihre Tugenden gleichsam auf das Volk, wie wenn die Gesammtheit ein einziger Leib wäre. Oder auch in folgender Weise: Weil wir an Dich nicht glaubten, sind wir in so großes Unglück gerathen, daß wir Menschen gleichen, die zum Tod verurtheilt sind, oder auch Schafen, die zur Schlachtbank geführt werden.

V. 23. „Wache auf, warum schläfst Du, o Herr?“ Die große Langmuth Gottes, die er gegen unsere Sünden zeigte, vergleichen sie mit dem Schlafe. „Steh auf und verwirf uns nicht auf immer.“ Steh auf, sagt er, nicht damit er seine Gestalt verändere, denn die Gottheit ist ohne Gestalt, sondern um seine Macht zu unserm Beistand zu bewegen. „Und verwirf uns nicht auf immer.“ weder die, welche zufügen, noch die, welche leiden, damit weder die, welche leiden, ganz den Versuchungen hingegeben ausgleiten, noch die, welche zufügen, im Vertrauen auf die Langmuth des Richters noch mehr in der Gottlosigkeit fortschreiten. Sie bitten um die Ankunft Christi in den letzten Zeiten, um nicht seines Lebens verlustig zu werden.

V. 25. „An der Erde klebte unser Bauch.“ Das sagen sie, weil sie ihren Sinn von Christus abwendeten und in fleischliche Gesinnung verfielen.

V. 26. „Erhebe Dich, o Herr, steh uns bei.“ Komme uns zu Hilfe, will er sagen, und verleihe uns Deine Gnade und eine Zeit der Umkehr denen, die den wahren Glauben an Dich bekennen. [S. 502]

1: V. 15.
2: Hebr. 11, 37.

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger