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Athanasius (295-373) - Des hl. Athanasius Erklärung der Psalmen (Expositiones in Psalmos)

Ps 41.

XLI.

V. 1. Zum Ende, eine Unterweisung für die Söhne des Kore.

Inhalt.

Die Söhne des Kore waren heilige Sänger. Sie singen aber den Gesang, den sie von seinem Verfasser, nämlich von David, empfangen haben, und verkünden, was in den letzten Zeiten geschehen wird. Sie führen die Person der Israeliten selbst ein, wie sie Christus in der Buße preisen, die sie am Ende der Zeiten wirken werden.

V. 2. „Wie der Hirsch nach Wasserquellen verlangt, so verlangt meine Seele nach Dir, o Gott!“ Die vernünftigen Hirsche beweinten, da ihnen wegen der Sünden die geistige Quelle ausging, ihren Untergang bei Tag und Nacht.

V. 3. „Wann werde ich kommen und vor dem Angesichte Gottes erscheinen?“ Das Angesicht Gottes ist das Wort. Er deutet ihre ausserordentliche Sehnsucht an, die Zeit zu erleben, in der auch ihre Berufung stattfinden wird, so daß auch sie erscheinen vor dem Angesicht Gottes des Vaters. Das nämliche Angesicht ist aber auch das des Sohnes.

V. 5. „In der Stimme des Jubels und Lobgesanges und festlichen Klanges.“ Er prophezeit von sich selbst, daß er einst das Heil und Leben in Christus erlangen und in den göttlichen Wohnungen mit den übrigen Heiligen wohnen werde.

V.6. „Warum bist Du traurig, meine Seele, und warum betrübst Du mich?“ Er tadelt die [S. 497] Traurigkeit, gestärkt durch die Hoffnung auf Christus. Wenn, o Seele, will er sagen, eine Zeit aufbewahrt ist, in welcher unsere Berufung im Glauben uns mit denen, die das Fest feiern, in das Zelt einführen wird, warum bist Du traurig und läßt Dich von Traurigkeit niederbeugen?

V. 7. „Deßhalb werde ich Deiner gedenken aus dem Lande des Jordan und der Hermonberge vom kleinen Berge.“ Da meine Seele, will er sagen, betrübt ist, so will ich mich trösten, indem ich Deine Wunder mir in's Gedächtniß rufe, die Du uns am Jordan und am Berge Hermon gezeigt hast. Oder in folgender Weise. Wenn ich, will er sagen, am Jordan sein werde, nämlich, wenn ich der heiligen Taufe werde gewürdigt werden, dann werde ich Deiner gedenken in Worten der Lobpreisung. Ich werde aber auch des Hermon gedenken, Hermon aber heißt „Weg der Lampe.“ da ja die heilige Taufe ihnen den Weg der Erleuchtung öffnet.

V. 8. „Ein Abgrund ruft den Abgrund an beim Rauschen Deiner Wasserfälle.“ Wieder andere Wunder rufen sie sich in's Gedächtniß. Denn als die Feinde gegen sie zu Felde zogen und Samuel für sie das Opfer darbrachte, fiel auf die Feinde ein so heftiger Hagel nieder, daß fast alle Feinde, ohne daß Jemand gegen-sie kämpfte, umkamen. Einen Abgrund also, der auf einen Abgrund stürzt, nennt er das Niederstürzen des Hagels. „Er ruft an“ steht aber für „er ruft herbei.“ Unter dem Rauschen der Wasserfälle kann man den Hagelschlag verstehen. Sonst aber sind Wasserfälle die Propheten Gottes. „Alle Deine Fluthen und Wellen sind über mich gegangen.“ Er ruft sich wieder ein anderes Wunder in's Gedächtniß. Sie gingen nämlich mitten durch das Meer, als sie vor der Bosheit des Pharao die Flucht ergriffen. Und es schien die Fluth, das heißt, die Erhebung der Wellen auf sie loszustürmen. Aber sie fügte kein Leid zu. Denn die Gewässer standen fest wie eine Mauer.

V. 9. „Bei Tage wird der Herr seine Barm- [S. 498] herzigkeit befehlen, und des Nachts sein Loggesang.“ 1 Er gedenkt wieder eines weiteren Wunders. Als nämlich Rapsaces Jerusalem belagerte, sprach er drohend, daß nicht einmal Gott sie aus der Hand der retten könne. Gott aber gab die Verheissung: “Ich werde diese Stadt schützen.“ 2 Hierauf erfüllte er die Verheissung und tödtete in einer Nacht 185.000 Assyrier. Und das wollen die Worte sagen: „Bei Tage wird der Herr seine Barmherzigkeit befehlen.“ „Gebet zum Gott meines Lebens.“ Da er bereits den Glauben angenommen hat, spricht er die Worte aus, die den Gläubigen geziemen, und schreibt ihm sein eigenes Leben zu.

V. 10. „Ich werde zu Gott sagen: Du bist mein Schützer.“ Es beginnt das reumüthige Volk wieder um Schutz zu flehen und ruft noch mehr Barmherzigkeit an.

1: Unser Text hat xxxxx, nicht xxxxx
2: V. Kön. 19, 34

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger